27.02.2018 - 20:10 Uhr
Kemnath

Prof. Dr. Walter Wagner unterstützt neuen Chefarzt der Chirurgie am Krankenhaus Kemnath, Dr. ... Zur Einarbeitung mit "am Ring"

Starthilfe für Dr. Florian Höhler: Wenn er am Donnerstag seinen Posten als Chefarzt der Chirurgie am Krankenhaus Kemnath der Kliniken Nordoberpfalz AG antritt, steht ihm während der Einarbeitungszeit Prof. Dr. Walter Wagner zur Seite.

Prof. Dr. Walter Wagner fühlt sich wohl im Kemnather Krankenhaus, genauso wie zwischen dessen Leiterin Carina Ascherl (rechts) und Andrea Busch, Mitarbeiterin in der Ambulanz. Bild: Kliniken Nordoberpfalz AG
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Mehr als 23 Jahre (bis 2016) war Wagner Chefarzt der Unfallchirurgie am Klinikum Bayreuth, hat jahrelang die Profis des 1. FC Nürnberg betreut und ist international geschätzter Ringarzt bei Box-Weltmeisterschaftskämpfen. Der gebürtige Bayreuther, der Anfang März seinen 67. Geburtstag feiert, ist seit einem Jahr für das MedCenter in Bayreuth tätig und seit dem Ausscheiden von Dr. Ludwig T. Hofmann leitender Arzt der Klinik für Chirurgie in Kemnath.

Das Fazit nach den ersten Wochen ist mehr als positiv: "Dr. Hofmann hat gemeinsam mit Dr. Peter Heckrodt hier eine hervorragende Chirurgie aufgezogen. Es herrscht ein tolles Klima, und die Arbeit macht einfach Spaß", so Wagner, der auch viele Jahre Chefarzt des Rettungshubschraubers Christoph 20 war.

"Dr. Wolfgang Gruber und sein Team sind uns hier sehr entgegengekommen und haben uns hervorragend unterstützt. Das zeigt einmal mehr die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen unserem Haus und dem MedCenter", bedankt sich Carina Ascherl, Krankenhausleiterin in Kemnath, für das Einverständnis, dass Wagner in Kemnath tätig sein kann. Für ihn selbst sei es eigentlich selbstverständlich gewesen, das Krankenhaus in Kemnath zu unterstützen, habe er doch selbst eine enge Beziehung zur Region: Dorle Eyrich, Tochter des 2011 verstorbenen Geschäftsführers der Stadt Kemnath, Stadtarchivars und Ehrenbürgers Hans Vitzthum, ist die Patentante seiner Zwillinge.

Doch auch außerhalb von Kliniken und Krankenhäusern war Wagner gefragt. Zwei Mal war er Vizepräsident des Bunds Deutscher Berufsboxer, seit 1980 ist er Verbandsarzt und auch als Ringarzt aktiv. Zur Liste seiner Patienten gehörten Henry Maske Evander Holyfield ("Der hat auch mit 45 Jahren geboxt wie ein 30-Jähriger"). Der Mediziner war 1980 auch verantwortlich für die Einführung von Jahreshauptuntersuchungen für Boxer, die immer noch verpflichtend sind. Auch führte er - als Erster weltweit - Dopingkontrollen nach Meisterschaftskämpfen ein.

Dass er, der auch Muhammad Ali und Max Schmeling bestens kannte, darüber interessante Anekdoten zu erzählen hat, wissen nicht nur seine Patienten. So war er beispielsweise - gemeinsam mit Waldemar Hartmann - dafür verantwortlich, dass der deutsche Boxer Markus Beyer 2005 seinen WM-Titel gegen den Australier Danny Green verteidigen konnte. Der Kampf war nach einem Kopfstoß von Green gegen Beyer eigentlich schon abgebrochen worden, da Beyer einen vertikalen Cut davon getragen hatte. Der Australier wäre Punktsieger geworden, doch Wagner hielt Ringsprecher Waldemar Hartmann so lange von der Ergebnisverkündung ab, bis die Punktrichter ihren Fehler erkannt und das Ergebnis korrigiert hatten - und Beyer blieb Weltmeister. "Bedankt hat er sich dafür aber bis heute noch nicht", meint Wagner.

Sein Wissen konnte er auch als langjähriger Mannschaftsarzt des 1. FC Nürnberg nutzen - in einer Zeit mit Spielern wie Dieter Eckstein, Andreas Köpke, Hansi Dorfner, Stefan Reuter, Roland Grahammer und Uwe Rösler. "Der war nach einem Platzverweis mal so sauer, dass er auf den Schiedsrichter losgehen wollte. Ich habe ihn dann ausgeknockt, in den Schwitzkasten genommen und so Schlimmeres verhindert", erzählt Wagner lachend. Der beste Trainer aus dieser Zeit? "Hermann Gerland. Der hatte einen Blick für die jungen Spieler der Zukunft."

Und was die Zukunft betrifft, macht er sich keine Sorgen um das Krankenhaus Kemnath. Mit Dr. Höhler übernehme ein Chefarzt, der einen "top Eindruck" mache.

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