12.04.2018 - 17:08 Uhr
KemnathOberpfalz

Radweg "weitestgehend fertig"

Einige Radfahrer nutzen ihn schon. Auch Landwirte sind bereits auf dem neuen Radweg entlang der Bundesstraße 22 zwischen Oberndorf und Wirbenz mit ihren Maschinen unterwegs. Allerdings sind die Arbeiten an der Trasse noch nicht abgeschlossen.

Sieht fertig aus, ist es aber noch nicht ganz: Auf dem neuen Radweg zwischen Oberndorf und Wirbenz muss noch die Deckschicht aufgebracht werden. Die offizielle Freigabe soll im Sommer erfolgen. Bilder: stg (2)
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Kemnath/Wirbenz. Eigentlich sollte der Radweg von Oberndorf nach Wirbenz, der die Stadt Kemnath, die Gemeinde Speichersdorf und das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach seit 2004 beschäftigt hat (wir berichteten), schon so gut wie fertig sein. So der Plan. "Doch das Bauunternehmen hat die Brücke (über den Mooswiesengraben) nicht mehr geschafft", berichtet Baudirektor Gerhard Kederer.

Damit habe die Firma Schulz aus Pfreimd, die für das komplette Projekt den Auftrag erhalten hatte, erst jetzt beginnen können. Nicht nur bei ihr, auch bei anderen Baubetrieben "sind die Kapazitäten erschöpft. Sie wissen derzeit nicht, wo sie zuerst hinlangen sollen", erklärt Kederer die Verzögerung mit übervollen Auftragbüchern. Die ersten Arbeiten vor eineinhalb Jahren dienten dazu, für den Rad- und Gehweg eine Schneise im Waldstück in der Nähe des Weilers Neuwirtshaus zu schaffen. Für das eigentliche Projekt rollten Ende des vergangenen Sommers die Baumaschinen an. Mittlerweile ist die 1,9 Kilometer lange Trasse "weitestgehend fertig". Es sei alles ohne Probleme verlaufen. Laut dem Baudirektor fehlt noch die Deckschicht, die zunächst aus Richtung Wirbenz bis zum Brückenbauwerk aufgebracht werde. Seien dort die Arbeiten abgeschlossen, folge die restliche Decke bis Oberndorf.

Auf einen genauen Fertigstellungstermin möchte sich der Bauamtsmitarbeiter nicht festlegen. Im Sommer soll es aber soweit sein. Bis dahin werden in den Straßenbau rund 580 000 Euro geflossen sein. Dabei weist der Radweg eine Breite von drei statt der üblichen 2,5 Meter auf, damit er auch mit landwirtschaftlichem Gerät befahren werden kann. Die vier Meter breite Betonbrücke mit einer lichten Weite des Wasserdurchlasses von 2,6 Meter kostet rund 280 000 Euro.

Von den Gesamtkosten haben die beiden Kommunen, die zudem für den Grunderwerb zuständig waren, jeweils 17 Prozent zu tragen: die Gemeinde Speichersdorf für die 280 Meter auf oberfränkischem Gebiet, die Stadt Kemnath für die weiteren rund 1,6 Kilometer.

Auch wenn der Radweg bereits zur Benutzung verleitet, "sollte man nicht darauf fahren", meint Kederer. Wer ihn trotz fehlender Freigabe benutzt, "dem werden wir sicher nicht nachlaufen". Aber: "Es kann durchaus mal an der Seite ein Loch sein", wodurch Fahrrad oder Traktor beschädigt werden könnten. Doch dann sei man selbst schuld, stellt er klar. Die Trasse "ist eine Baustelle und auch als solche ausgeschildert".

Von der Maßnahme losgelöst ist der noch anzulegende Radweg in Oberndorf. Hier werde das Bauamt demnächst wegen des erforderlichen "minimalen" Grunderwerbs auf die Eigentümer zugehen, kündigt Kederer an. Geplant ist zudem innerorts eine Querungshilfe etwa auf Höhe der Straße nach Höflas. Der Grund: Zwischen Kemnath und Oberndorf sind die Radfahrer auf der rechten Straßenseite unterwegs, ab dem Ortsteil in Richtung Wirbenz jedoch auf der linken Seite. "Wir sind dabei, das fertig zu planen." Wann dann in Oberndorf die Arbeiten beginnen, hänge vom Grunderwerb ab.

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