23.03.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Sätze bei Investionen verringert: Weniger Förderung für Landwirte

219 Mitglieder zählt der Ring junger Landwirte zurzeit. Vor 40 Jahren war im Kormannsaal die Gründungsveranstaltung und am Dienstag auch die Jahreshauptversammlung. Das Jubiläum, das die Mitglieder im Herbst feiern, wird aber nicht frei von Sorgen sein.

von Bernhard KreuzerProfil

Laut Stephan Poersch vom Landwirtschaftsamt Tirschenreuth fallen die Investitionsförderungen in diesem Jahr deutlich schlechter aus. Gefördert würden eher kleinere Projekte. Der Fördersatz sei von maximal 35 auf 30 Prozent abgesenkt und der Höchstsatz von 120 000 Euro praktisch halbiert worden. Poersch lud die Landwirte zum Tag des offenen Hofes am 1. Mai nach Burggrub bei Krummennaab ein. Der 250. Milchviehlaufstall im Landkreis wird dabei mit großem Programm und Ausstellungen eröffnet. Hauptthemen sind der Gewässerschutz und die Bodenabtragung. "Wir können es uns nicht mehr leisten, dass Dreck in unsere Keller und Gärten geschwemmt wird", meinte Poersch. Er kündigte zudem die Eröffnung eines landwirtschaftlichen Erlebnispfades 2018/2019 im Raum Kleinsterz/Mitterteich an. "Er ist für die Imagepflege total wichtig."

Kurz hielt Vorsitzender Tobias Vogel aus Godas seinen Bericht. Darin erwähnte er zwei agrarpolitische Diskussionen mit den Bundes- und Landtagsabgeordneten über aktuelle Themen der Land- und Milchwirtschaft, eine Raps- und fünf Maissortenschauen, zwei Beteiligungen an Bauernmärkten, den Pflanzenbautag, Besuch der Greinauer Tage und die Fahrt zur Kalendergirlparty. Höhepunkt war erneut der Powernball.

Schriftführer Wolfgang Schäffler aus Neustadt am Kulm klagte, dass er nur 61 Mitglieder über E-Mail erreichen könne. Hier wünschte er sich einen höheren Anteil, um zusätzliche Information an die Mitglieder verteilen zu können. "Im Großen und Ganzen passt die Kasse", fasste Schatzmeister Daniel Wöhrl aus Kuchenreuth zusammen. Auch er war für eine Ausweitung des E-Mail-Verkehrs, denn der Postversand sei ein großer Ausgabeposten. "Die Kasse passt", sagten die Revisoren Bernhard Schultes (Pilgramsreuth) und Josef Kormann (Kemnath).

Sein letztes Grußwort als Bezirksvorsitzender sprach Markus Schicketanz. Er dankte den Kemnathern für die große Unterstützung in seinen drei Amtsjahren und stellte fest: "Kemnath ist eine gelebte Gemeinschaft." An sie überbrachte er noch einige Einladungen zu Informationsveranstaltungen.

Zwei Schwerpunktthemen sprach Ely Eibisch, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, an: die Wasserrahmenverordnung der EU und die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung. Erstere solle die Qualität des Grundwassers verbessern. Der Landwirtschaft sei es deshalb nach der Ernte, von kleinen Ausnahmen abgesehen, nicht mehr erlaubt, Wirtschaftsdünger auszubringen. "Wir brauchen einen genauen Plan, wie wir mit der Gülle über den Winter kommen", folgerte Eibisch, und "die Betriebe brauchen ausreichend Fläche".

Die Gefahr, dass die Gleichstromtrasse die Region tangiert, sieht der Kaibitzer noch lange nicht abgewendet. "Als alternative Vorzugstrasse sind wir wieder stark im Rennen." Eibisch bezog seine Feststellung auf die geringen "Raumwiderstände" bei der Trassensuche. Als "kleines Ärgernis" wertete er das häufig durch das Landratsamt ausgeübte Vorkaufsrecht bei Grundstücksverkäufen (Bericht folgt).

 

 

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