28.08.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Sassenabend der Ritterbundes auf der Burgruine Knappe als Prediger

Die Recken gehen unter die fahrenden Ritter. Für einen Sassenabend verlassen sie ihre Burgh auf der Feyhöhe und machen sich auf den Weg zur Burgruine Waldeck. Dafür hat der Ritterbund Waldeckh zue Kemenatha drei Gründe.

In der Andacht erklärte Pfarrer Sven Grillmeier auch, warum er sich dem Ritterbund als Knappe angeschlossen hat. Bild: hl
von Hans LukasProfil

Zum einem wollten sich die Recken über die Aufbauarbeit des Heimat- und Kulturvereins (HuK) informieren, zum anderen um den Waldeckern das Leben im Ritterbund nahebringen. Auch war geplant, dass der neue Knappe Friederich (Pfarrer Sven Grillmeier aus Speichersdorf) in der Ägidius-Kapelle eine Andacht hält. Allerdings musste er wegen Nieselregens mit den Sassen dazu in die Vorratsscheune des HuK ausweichen.

Der Seelsorger dankte Ortspfarrer Heribert Stretz für die Erlaubnis, diese Andacht auf dem Schlossberg zu feiern. Wie die Burgkapelle sei auch die alte Kirchenlaibacher Kirche dem heiligen Ägidius geweiht. Dem Ritterbund sei er beigetreten, weil er am Historischen sehr interessiert sei. Zudem habe sich ein Ritterbund Werte, die auch Grundlagen des Glaubens sind, auf sein Banner geschrieben. Burgprior Herbert von Podewils (Herbert Ponnath) trug die Fürbitten vor. Nach einem gemeinsamen Vaterunser erteilte Grillmeier den Segen.

Zeremoniar Sebastian von Hirschberg (Sebastian Wedl) rief auf Geheiß des Großmeisters Werner von Podewils (Werner Ponnath) die Recken auf, die große Rüstung anzulegen. Graf Gernot Otnant von Eschenau und Schwarzenreuth (Gerhardt Kormann) nahm als Burgvogt die Sicherung der Burgh vor. Kanzler Sebastian Graf von Reichenbach-Goschütz (Sebastian Wolf) oblag es, den Burgh- und Bannfrieden bekanntzugeben.

Der stellvertretende Hochmeister des Deutschen Ritterbundes, Ottokar von Haydegg, zeigte sich begeistert von der Burgruine und vom Sassenabend. Auch wenn der Ritterbund unter Ausschluss der Bevölkerung seine Kapitel abhalte, so sei dieser der Öffentlichkeit gegenüber aufgeschlossen und beteilige sich an bei anderen festlichen und profanen Anlässen.

Kanzler Sebastian Graf von Reichenbach-Goschütz erläuterte die Idee des Deutschen Ritterbundes. Dessen Grundwerte seien geprägt von Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit. Es werden freiheitlich-demokratische Rechtsnormen befolgt, wobei an erster Stelle die Menschenwürde stehe. Dazu kommen die Ideale des Hochmittelalters wie Treue, Freigiebigkeit, Güte, Bruderliebe, Tapferkeit und Minne.

Laut Großmeister Werner von Podewils kann jeder, der sich diesen Grundsätzen und Prinzipien verpflichtet fühlt und einen lauteren Lebenswandel führt, als Pilgrim in einen Bund eintreten. Dieser müsse einen Lehensherrn im Bund haben, der ihn in der Probezeit führt und auf den Ritterstand vorbereitet.

Nach der Humpenprüfung durch Kellermeister Josephus von Obernburg (Josef Ponnath) überreichte er den Humpen Prior Herbert von Podewils (Herbert Ponnath) zur Weihe. Danach stellten sich der Hochsitz mit einem Schluck daraus mit Namen, Wahlspruch und Stand im Bund vor, ebenso die zahlreichen weiteren Recken.

Beim gemütlichen Teil spielten als Burgmusika die "KEMs" auf. Der Großmeister dankte allen Mitwirkenden und dem HuK, der den Sassenabend ermöglicht hat.

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