Seniorentreff Kemnath: Das Turiner Grabtuch
Für den Glauben nicht entscheidend

"Das Leben siegt, ist eine Erkenntnis bei der Betrachtung des Turiner Grabtuches", betonte Pfarrer Edmund Prechtl beim Seniorenclub. Bild: jzk
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Kemnath
18.03.2018
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Ist Jesus im Turiner Grabtuch nach der Kreuzigung beigesetzt worden oder nicht? Eindeutig kann auch Pfarrer Edmund Prechtl die Frage nicht beantworten. Für den Pressather Geistlichen ist die Antwort aber sowieso irrelevant.

"Das Turiner Grabtuch ist ein 4,36 Meter langes und 1.10 Meter breites Leinentuch, das ein Ganzkörper-Bildnis der Vorder- und Rückseite eines Menschen zeigt", führte Pfarrer Edmund Prechtl beim Seniorentreff im Pfarrheim aus. Das Tuch werde in einer Seitenkapelle des Turiner Doms aufbewahrt. Dessen Ursprung und Aussehen seien Gegenstand einer intensiven Debatte unter Theologen, Historikern und anderen Forschern, erklärte der Pressather weiter. "Es wird von vielen Gläubigen als das Tuch verehrt, in dem Jesus von Nazareth nach der Kreuzigung begraben wurde."

Die Verehrung habe zugenommen, nachdem erste fotografische Negative ein plastisches und lebensnahes Abbild von hohem künstlerischem Wert erkennen ließen. Die weltweite Medienresonanz und das neu erwachte Interesse machte das Tuch zu einem der am meisten untersuchten archäologischen Objekte überhaupt.

Mit eindrucksvollen Dias zeigte Prechtl den Zuhörern interessante Einzelheiten auf diesem Grabtuch und interpretierte sie so, dass sie jeder verstehen konnte. "Die wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigen, dass dieser Mann genauso wie Jesu starb." Eine Fälschung durch Maler sei ausgeschlossen. Historische Dokumente belegten über weite Zeiträume die Existenz dieses Tuches. Textilfachleute bestätigten die Möglichkeit einer antiken Herkunft. Es soll etwa 2000 Jahre alt sein. Spuren von Blut seien nachgewiesen worden.

Gerichtsmediziner sehen laut Prechtl echte Abdrücke einer männlichen Leiche. Historiker bestätigten eine römische Hinrichtung der Kreuzigung, die auf dem Tuch zu sehen ist. In der Haltung des Toten erkennen Mediziner Symptome einer Erstickung, also des qualvollen Todes bei einer Kreuzigung. Anzeichen einer Verwesung seien nicht festzustellen. Gerichtsmediziner behaupteten, dass der Tote nicht länger als zwei bis drei Tage in diesem Tuch lag.

Aufgrund dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse verehrten einige Gläubige das Grabtuch als Reliquie im Sinne eines echten Leichentuches Christi. "Aber man wird es nie eindeutig beweisen können, dass der Mann, der in dem Tuch lag, wirklich Jesus war", gab Prechtl zu. Das sei für unseren Glauben aber völlig unbedeutend. "Das Abbild auf dem Grabtuch ist das einzige Bild von Jesus", versicherte der Geistliche. Es zeige deutlich, wie er gestorben sei. "In der Fastenzeit sollen wir besonders intensiv auf das Leiden Jesu schauen", mahnte der Geistliche. "Er hat für uns Menschen den grausamen Kreuzestod auf sich genommen." Gemeindereferent Jochen Gößl dankte Prechtl mit einem Präsent.
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