14.02.2018 - 20:00 Uhr
Kemnath

Sonderausstellung im Kemnather Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum Werkzeuge aus der Steinzeit

Im Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum sind derzeit Ausgrabungsfunde aus dem Gebiet des Rauhen Kulms zu sehen. Hans Bäte führt zur Eröffnung der Sonderausstellung durch das Museum.

Hans Bäte erklärte den Museumsbesuchern die historische Bedeutung des „Geröllwerkzeugs“, das bei Grabungen auf dem Rauhen Kulm gefunden wurde.
von Josef ZaglmannProfil

Kurzfristig gab es bei der Eröffnung der Sonderausstellung über "Venezianische Masken" (wir berichteten) eine zweite Ausstellung. Thema der vor- und frühgeschichtlichen Sonderschau, von Hans Bäte gestaltet, waren die "Geröllwerkzeuge", die sogenannten "Pebble tools". "Das sind Werkzeuge aus Stein, die bei den Ausgrabungen am Rauhen Kulm gefunden wurden", erklärte der Leiter der Arbeitsgruppe "Vor- und Frühgeschichte" den Besuchern im zweiten Stock des Heimat- und Handfeuerwaffenmuseums.

Diese einfachen Geräte aus angeschlagenen Geröllen weisen mindestens ein durch Schlagen erzeugtes Negativ (Abschlag) auf. Durch eine Reihe von gezielten Schlägen entstand eine schneidende Arbeitskante. Sie wurden von unseren Vorfahren teilweise schon vor mehr als einer Million Jahren verwendet. "Das waren von Urmenschen hergestellten und genutzte Steingeräte", erzählte Bäte. Es handelt sich dabei um massives Geröll, das sie durch Hartschlag geschärft hatten. Als Arbeitsgerät war es praktisch und vielseitig. Käte Pühl vom Archäologischen Stammtisch Neustadt am Kulm hat diesen kostbaren Fund dankenswerterweise dem Kemnather Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum als Leihgabe zur Verfügung gestellt. "Das ist das älteste, von Menschenhand gefertigte Werkzeug, das bisher im Raum um den Rauhen Kulm gefunden wurde", klärte Bäte auf. Der steinzeitliche Jäger fand diesen Stein in einem Flussbett und brachte ihn mit einigen wenigen gezielten Schlägen in die gewünschte Form. Er versah dieses praktische Werkzeug mit einer Spitze zum Öffnen des Jagdwildes und einer Schneide zum Zerlegen der Beute.

"Mit unseren Funden in der Region können wir alle Abschnitte der Steinzeit, angefangen von der Jungsteinzeit über die Mittelsteinzeit bis hin zur Jungsteinzeit, abdecken", freute sich Bäte. Im Kemnather Museum gibt es Ausstellungsstücke aus verschiedenen Zeitabschnitten, vom Homo erectus bis hin zum Neandertaler und dem Cro-Magnon-Menschen.

Wer Lust hatte, konnte sich von Bäte auch noch die Kollektion antiker römischer Münzen, ihre Kaufkraft und Wechseleinheiten erklären lassen. Die Sonderausstellung kann zu den gewohnten Öffnungszeiten des Museums besucht werden.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.