22.02.2018 - 17:56 Uhr
Kemnath

Stadt, Kreisbrandinspektor und Feuerwehr Fortschau-Kuchenreuth loten Möglichkeiten zu Erhalt ... Zählen der Aktiven beginnt

Von der Auflösung der Aktiventruppe der Feuerwehr Fortschau-Kuchenreuth ist in der Generalversammlung die Rede. Gespräche in den nächsten drei Monaten sollen das Aus abwenden.

von Hubert Lukas Kontakt Profil

Vorsitzender Hermann Schraml hatte in der Generalversammlung (wir berichteten) erklärt, dass die aktive Wehr eingestellt werden müsse. Auch auf NT-Nachfrage sieht er für einen Fortbestand "keine Chance". Die Wehr verfüge schlicht über zu wenig Aktive, deren Zahl er mit "tatsächlich 13" angibt. Erschwerend kommt hinzu, dass sowohl Kommandant Anton Frank als auch Stellvertreter Andreas Breuer ihren Rücktritt erklärt hatten. Die Neubesetzung ihrer Posten musste in der Versammlung verschoben werden, weil "keiner Kommandant machen will", bedauert Schraml. Daher führen Frank und Breuer ihr Amt die nächsten drei Monate kommissarisch weiter aus.

Wie mit der Stadt Kemnath, die eine Auflösung veranlassen müsste, sei auch mit Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther über die Sachlage schon vor einiger Zeit gesprochen worden. Mit Brauenreuther jedoch nicht mehr explizit im Vorfeld der Versammlung am vergangenen Freitag, räumt der Vorsitzende ein: Der Kreisbrandinspektor hatte moniert, dass niemand mit ihm ein offizielles Gespräch gesucht habe. Kenntnis von der Sachlage hat laut Schraml Kreisbrandrat Andreas Wührl, der in seiner schriftlichen Stellungnahme auf die gesetzlichen Regelungen für eine Auslösung hingewiesen habe.

Diese besagen unter anderem, dass die Leistungsfähigkeit nachweislich nicht mehr gegeben sein darf. Diesen Punkt sieht Schraml angesichts der Aktivenstärke als erfüllt an. Wie auch Martin Graser von der Stadtverwaltung als Sachbearbeiter für die Feuerwehren und Braunreuther bestätigen, sind zur Sicherstellung des Brandschutzes drei Trupps mit jeweils neun Mann erforderlich. Nötigenfalls könne von dieser Drei- auf eine Zweifachbesetzung reduziert werden. Das wären dann mindestens 18 Einsatzkräfte.

Doch selbst davon ist die Kuchenreuther Wehr laut Schraml weit entfernt. Er setzt sogar wenig Hoffnung in die Gründung einer neunköpfigen Löschgruppe, die der Feuerwehr Kemnath angegliedert werden könnte. Eigentlich seien es nur zwei Einsatzkräfte, die sowohl in Kuchenreuth als auch Kemnath Dienst verrichten. Viele der 13 Aktiven seien älter und werden wohl nicht mehr zu einer anderen Wehr gehen, befürchtet er. Daher werde wohl auch in weiteren Gesprächen "nichts anderes herauskommen".

"Es wäre schade um jeden Ehrenamtlichen, der Dienst leisten möchte", es aber aufgrund fehlender Aktiver nicht könne, meint Bürgermeister Werner Nickl. Mit einer Löschgruppe könnte die Schlagkraft der Kemnather Brandschützer erhalten werden, zumal es auch bei ihnen "am Tag Engpässe wegen beruflicher Verpflichtungen gibt". Offen für diese Alternative zeigt sich ebenfalls Roman Schäffler. Einer solchen Löschgruppe würden sich die Kemnather Kameraden nicht verschließen, betont deren Vorsitzender.

Prinzipiell würde Nickl eine Kooperation begrüßen. Die Wehren Kemnath und Kötzersdorf arbeiteten bereits im Kinder- und Jugendbereich sowie bei der Absturzsicherung zusammen. "Das funktioniert gut, warum dann nicht auch hier?" In eine ähnliche Richtung denkt Braunreuther. "Es gibt Alarmzusammenschlüsse wie in Immenreuth und Punreuth, bei denen sich die Wehren gegenseitig unterstützen." Nachdem das Feuerwehrgesetz jedoch vorsieht, dass kleine Wehren weiterbestehen sollen, ist er allerdings nicht unbedingt ein Freund der Löschgruppen-Lösung. Denn durch die Angliederung an Kemnath wäre dies ebenfalls "de facto eine Auflösung", wie sie in seiner Zeit als Kreisbrandinspektor "noch nie der Fall gewesen ist". Lieber wäre ihm, wenn eine Doppelbesetzung realisiert werden könnte: "Von 13 auf 18 wären es nicht mehr so viele." Um diese Zahl zu erreichen, könnten Frauen in den Dienst eingebunden werden, was er in Kuchenreuth etwas vermisse.

In den kommenden drei Monaten müssten alle Möglichkeiten durchdiskutiert werden. Nach dieser "Findungsphase" werden sich Stadt, Wehrverantwortliche und er zusammenzusetzen, erklärt Braunreuther. Es solle auf jeden Fall vermieden werden, dass die Stadt jemanden zum Dienst oder als Kommandant verpflichten müsse. "Das ist die letzte Stufe, bevor alles zusammenbricht." Das ist für Nickl nur Theorie. Dieses Vorgehen sei bei einer größeren Wehr wie Kemnath denkbar, um die Brandsicherung als eine Kernaufgabe einer Kommune zu gewährleisten. Ansonsten wäre der Erfolg einer Verpflichtung fraglich, "wenn jemand partout nicht will". Hintergrund

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