10.07.2017 - 15:40 Uhr
KemnathOberpfalz

Stadtpfarrer Konrad zelebriert Motorradgottesdienst zum Jubiläum der Ponnath-Biker Die Bodenhaftung nicht verlieren

Ein Jesuskreuz, verziert mit Motorradhelmen, Bayernfahne, ein kleines Motorrad unter dem Altar und ein Stadtpfarrer, der sich auf Geschehen perfekt vorbereitet hat. Zum 10. Jubiläum der Ponnath-Biker zelebriert Konrad Amschl einen Motorradgottesdienst.

von Michael DenzProfil

(mde) Das Motorradfahren vermittle eine Art Freiheit. "Wenn ich das Motorrad beschleunige, so drücke ich damit die Lebensfreude aus.", erklärte Johann Kurz, bei den Fürbitten. Doch wer im Morgengrauen starte, wisse nicht, ob er wohlbehalten am Abend wieder zurückkehre.

In seiner früheren Pfarrei sei bei "Motorradhochzeiten" öfters mit einem sogenannten Burnout mit einem Motorrad ein Kringel vor die Kirche "gezeichnet" worden Dafür nahmen die Biker nicht die guten Reifen, sondern die abgefahrenen her. Doch: "Ohne Profil ist lebensgefährlich." Reifen mit zu geringem oder gar keinem Profil verlören schnell die Bodenhaftung. "Manchmal, dou is man schneller im Himmel, als man denkt!", betonte Amschl. Ob Ölspur, ein bisschen Sand in der Kurve, ein plötzlicher Regenguss oder eine große Wasserpfütze auf der Straße: "Da haut es dich aus der Spur. Profil haben, Profil zeigen - das kann auch für unser menschliches Zusammenleben wichtig sein." Sich zu profilieren sei ein wichtiges Stichwort in der modernen Gesellschaft geworden. "Da verrät schon die Sprache, dass man die erste Geige spielen, Rang und Namen haben möchte." Das Klima unter Kollegen könne durch Profilierungsversuche oft von Misstrauen geprägt sein. Ein jeder bange um seine Stelle und befürchte die Bevorzugung anderer. "Es ist leichter, die Verdauung eines anderen zu fördern, als die Beförderung eines anderen zu verdauen", meinte der Stadtpfarrer.

"Wie viele Opfer werden da gebracht, welchen Zwängen legen sich Menschen auf, um dieses Geltungs- und Machtbedürfnis zu stillen?", fragte der Geistliche. Jesus verweise auf einen anderen Weg, um sich profilieren zu können. "Der Weg des Dienens lässt uns in Gottes Spur haften und nicht ins Schleudern kommen." Es sehe Frauen und Männer in Familien, die sich um die Pflege eines Kranken kümmern oder beherzt zugreifen, wenn andere Hilfe benötigen. Den Stadtpfarrer mache es immer wieder froh, wenn er auf Menschen stoße, die ihr Profil nach dem Profil Jesu versuchen auszurichten. "Dient einander mit der bunten Gnade, die Gott euch gegeben hat. Nur dadurch bekommen wir Farbe in unser Leben."

"Ohne Profil werden wir das Leben als Christen nicht gewinnen, sondern nur daran vorbeischlittern." Manchmal bedürfe es aber auch eines "Reifenwechsels. Auch die Profiltiefe und Bodenhaftung müssten dann geprüft werden.

Bei der Segnung der Zweiräder mit Pater Josef Meenpuzhakal bat Amschl um den Schutz der Fahrer vor Unglück, Schaden und der Unachtsamkeit anderer Verkehrsteilnehmer. Gott solle ihnen Geistesgegenwart und das nötige Geschick schenken, um in besonderen Verkehrssituationen richtig zu reagieren. Den Motorradgottesdienst begleitete der Gospelchor "Just for Joy" unter der Leitung von Andrea Kick unter anderen mit "Here we are" und "Nothing else matters".

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