11.02.2018 - 20:00 Uhr
Kemnath

Suchtpräventionswoche an der Mittelschule Kemnath Verlockung widerstehen

Die Suchtprävention hat an Bedeutung gewonnen. Es ist mittlerweile bekannt, dass drastische Abschreckung nicht viel bewirkt. Die meisten, auch junge Menschen, kennen die Gefahren. Sie rauchen, trinken oder schlucken Pillen trotzdem weiter und verdrängen die Risiken. Deshalb soll die Aufklärung frühzeitig ansetzen.

"Wissen gefährdet Rauchen" war eine der Thesen, mit denen Jutta Sehm und Theresia Schwarz (stehend von links) vom Gesundheitsamt gegen Nikotinmissbrauch argumentierten. Bild: jzk
von Josef ZaglmannProfil

Schon während der Schulzeit sollten die Mädchen und Jungen gegen Suchtgefährdungen stark gemacht werden. Moderne Konzepte unterstützen Lehrer und Eltern, die Kinder zu selbstbewussten, eigenständigen und konsumkritischen Persönlichkeiten zu erziehen, die den Rückgriff auf Suchtmittel nicht nötig haben und sich gegenüber innerem und äußerem Druck selbstbewusst behaupten können. Für die Jahrgangsstufen sechs bis zehn hatte die Kemnather Mittelschule daher eine Suchtpräventionswoche organisiert.

Fachkräfte wie die beiden Polizeibeamten Carsten Landgraf und Thorsten Fiebiger berichteten in den Klassen über den Umgang mit legalen und illegalen Drogen. "Drogen greifen über das zentrale Nervensystem in die natürlichen Abläufe des Körpers ein und beeinflussen dadurch Stimmungen, Gefühle und Wahrnehmungen", erklärten sie. Die Folgen sind Abhängigkeit, gesundheitliche Schäden und eventuell sogar ein sozialer Absturz.

Theresia Schwarz und Jutta Sehm vom Gesundheitsamt Tirschenreuth stellten einen sogenannten Klarsicht-Parcours auf. Von den Schülern wollten sie dabei unter anderem wissen, ob Freunde, die nicht rauchen und keinen Alkohol trinken, uncool sind. "Starker Wille statt Promille" lautete das Thema einer Unterrichtseinheit. Von der Caritas-Suchtambulanz Tirschenreuth waren zwei Experten gekommen. Klaus Bär warnte eindringlich vor den Gefahren des Internet. Julia Rupprecht sprach mit den Jugendlichen über Formen und Behandlungsmöglichkeiten von Essstörungen. Auf einer Infotafel in der Pausenhalle lagen Prospekte über Alkohol ("Null Alkohol - voll Power"), Alkopops, Rauchen ("Stop smoking" - Du kannst es!") Drogen, Internet, Essstörungen, Übergewicht und interaktive Beratungsprogramme ("Quit the Shit!") bereit. Für die Lehrkräfte gab es Materialien für den Unterricht und Links zu T1-Filmen aus dem grenzüberschreitenden Filmprojekt mit der Mittelschule Kemnath.

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