12.02.2018 - 20:00 Uhr
Kemnath

Tierschutz-Aktionstag in Kemnath Spenden für den Gnadenhof

Mit einem Tierschutz-Aktionstag startete die Haustierwoche in Kemnath. Gemeinnützige Vereine, die sich um Tiere kümmern, haben viele Probleme. Deswegen wird durch eine Spendenkampagne der Gnadenhof unterstützt.

Bürgermeister Werner Nickl (Zweiter von links), Marktleiter Peter Wunsch (links) und Hagebau-Mitarbeiter Oliver Wrobel (Zweiter von rechts) übergaben Spenden an Monika Pracht (Dritte von rechts). Veranstalterin Karingard Vangerow (Vierte von rechts) informierte die Besucher. Bild: jzk
von Josef ZaglmannProfil

Monika Pracht gründete 1990 den Gnadenhof Fränkische Schweiz in Pegnitz und leitet diesen seitdem. Sie war in Kemnath persönlich anwesend und stand den Besuchern zwei Stunden lang für Fragen und Gespräche zur Verfügung. 2003 erhielt sie für ihr Lebenswerk den bayerischen Staatspreis für Tierschutz und 2015 von Bundespräsident Joachim Gauck die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Veranstalterin Karingard Vangerow von der Eventagentur für Tierschutzprojekte hatte den Tag im Hagebau-Markt Kemnath organisiert. Geboten waren eine kleine Ausstellung sowie Informationsmaterialien zu unterschiedlichen Problembereichen im Tierschutz, wie illegale Tiertransporte, Katzenpopulation, das Horten von Tieren und Finanzierung von Tierschutzprodukten. Neben kostenlosen Futterproben und selbst gemachten Leckerli gab es auch Tipps und Infos zu unterschiedlichen Problembereichen im Tierschutz, wie Ernährung, naturnaher Gartengestaltung für Tiere und Gifte im Haus, im Garten und unterwegs.

"Der Freistaat Bayern sieht keinerlei Finanzierung von Tierschutzangelegenheiten vor", bedauerte Vangerow und fügte an: "Es gibt weder einen entsprechenden Haushaltstitel (öffentliche Gelder) noch einen Notfallfonds, auch keinerlei Förderprogramme." Die Tierheime, Gnadenhöfe und Auffangstationen sind in der Regel gemeinnützige Vereine, die sich aus Spenden finanzieren.

Grundsätzlich sind die Kommunen für die Aufnahme und Versorgung von Fundtieren zuständig. Die Aufwendungen für die medizinische Versorgung und Unterbringung von Welpen aus tierschutzwidrigen und illegalen Transporten belasten die dafür nicht ausgestatteten Kommunen erheblich. Meistens bleiben die betroffenen Tierheime mit ihren Quarantänestationen auf den Kosten sitzen, weil die zuständigen Behörden eine Erstattung der Kosten verweigern. Außerdem befindet sich der Verursacher, also der kriminelle Händler, meistens im Ausland und kann nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

"Ein großes Problem sind für uns die illegalen Tiertransporte" bedauerte Vangerow: "In Osteuropa werden Hundebabys viel zu früh, meistens im Alter von vier bis fünf Wochen, von ihren geschundenen Müttern getrennt und kreuz und quer durch Europa transportiert." Die Welpen sind noch nicht entwöhnt, nicht entwurmt und nicht geimpft, meistens todkrank und durch die Trennung von ihren Müttern stark traumatisiert. Die neuen Besitzer erhalten einen verstörten Hund, haben hohe Tierarztkosten und müssen mit dem frühen Tod des Welpen rechnen.

Auch Bürgermeister Werner Nickl kam zu dieser Tierschutz-Aktion nicht mit leeren Händen. Vier Kuverts mit Spenden übergab er an Monika Pracht: Von der Stadt Kemnath, dem CSU Ortsverband, dem CSU Kreisverband und dem Landkreis Tirschenreuth. Oliver Wrobel hatte unter den Mitarbeitern des Hagebau-Markts gesammelt und übergab diese Spende zusammen mit Marktleiter Peter Wunsch.

Die Besucher dieses Aktionstages stärkten sich bei Kaffee und Kuchen und unterhielten sich dabei in Ruhe mit den beiden Tierschutzexpertinnen. Wer ein Familienbild mit einem Haustier mitbrachte, durfte an einem Glücksrad drehen, bei dem es neben Futterproben auch einen Ganzjahres-Futtervorrat für den Hund oder die Katze zu gewinnen gab.

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