Unfallstatistik der Kemnather Polizei
Hände ans Steuer, nicht ans Handy

"Wer bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde zwei Sekunden auf das Mobiltelefon schaut, fährt 60 Meter blind." Zitat: Polizeihauptmeister Carsten Landgraf
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Kemnath
01.12.2016
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Eigentlich sollte es jedem klar sein: "Mobiltelefone und Autofahren vertragen sich nicht gut." Polizeihauptmeister Carsten Landgraf hob bei der Gebietsverkehrswacht aber nicht nur den mahnenden Zeigefinger. Er hatte auch positive Nachrichten.

"Die Zahl der Unfälle von Senioren ging erfreulicherweise zurück", erklärte der Polizist zum Verkehrsunfallgeschehen 2015/16 im Bereich der Polizeiinspektion Kemnath. Missachtung der Vorfahrt und Fehler beim Abbiegen seien die Hauptursachen gewesen. Verringert haben sich auch die Unfälle, die Raser verursacht haben, und solche mit Personenschäden.

Fast gleich blieb dagegen die Zahl der schweren Unfälle, meist aufgrund überhöhter Geschwindigkeit und Vorfahrtsmissachtung. In drei Fällen endeten sie bisher tödlich. Auf gleichem Niveau blieben die von jungen Autofahrern verursachten Unfälle und die Zahl der Unfallfluchten. Besonders erfreulich: Wie in den vergangenen Jahren gab es laut dem Verkehrssachbearbeiter keine Schulwegunfälle. Wildunfälle passierten dagegen fast täglich.

Eindringlich appellierte er an alle, die Gurtpflicht zu beachten und beim Fahren die Finger vom Handy zu lassen. Wer sie am Steuer nutzt, sei weniger auf den Verkehr konzentriert. "Die Suche nach dem Handy, das Telefonieren und vor allem das Lesen und Schreiben von Texten während der Fahrt erhöhen das Unfallrisiko deutlich", betonte Landgraf. "Wer bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde zwei Sekunden auf das Mobiltelefon schaut, fährt 60 Meter blind."

Länger als diese zwei Sekunden sei das Gehirn abgelenkt. Es müsse die Informationen vom Display erst noch verarbeiten. Laut der Straßenverkehrsordnung ist das Tippen einer SMS ebenso verboten wie das Telefonieren mit dem Gerät am Ohr. Selbst wer nur die Uhrzeit nachschauen möchte, kann sich einen Bußgeldbescheid über 60 Euro und einen Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg einhandeln. Erlaubt sei, das Smartphone dem Beifahrer zu reichen, damit dieser einen Anruf annehmen kann. Eine erlaubte Alternative seien Sprachsteuerung und Sprachausgabe der Mobilgeräte, was aber ebenfalls die Konzentration beeinträchtigen kann, erklärte der Beamte. Fahrlehrer Andreas Scheuch gab zu bedenken, dass sich die Ponnath-Kreuzung allmählich zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt.

Wer bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde zwei Sekunden auf das Mobiltelefon schaut, fährt 60 Meter blind.Polizeihauptmeister Carsten Landgraf
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