03.05.2018 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Vortrag über Prävention sexualisierter Gewalt an Kindern im Familienzentrum Mittendrin Öfter Nein sagen

Marianne Fütterer von der Koordinierungsstelle "Frühe Hilfen" hatte einen Infoabend zum Thema "Prävention sexualisierter Gewalt an Kindern" im Familienzentrum Mittendrin angeregt. "Das wird noch immer tabuisiert, obwohl es viele Betroffene gibt", erklärten die Referentinnen Elisabeth Scherb und Sophia Zeitler von Dornrose.

Sophia Zeitler, Mittendrin-Leiterin Jessika Wöhrl-Neuber und Elisabeth Scherb (von links) inspizieren den Büchertisch in der Stadtbücherei, den Judith Schliermann hergerichtet hat. Bild: jzk
von Josef ZaglmannProfil

Jedes siebte bis achte Kind erlebe eine Form von sexualisierter Gewalt, wussten die Sozialpädagoginnen. Statistisch betrachtet gebe es in jeder Schulklasse drei bis vier betroffene Kinder. In neun von zehn Fällen komme der Täter aus deren engerem Umfeld. Als Präventionsmaßnahmen nannten die Expertinnen die grundsätzliche Stärkung der Mädchen und Buben durch das Fördern der körperlichen Selbstbestimmung. So sollten sie nicht gezwungen werden, Verwandten einen Abschiedskuss zu geben, wenn sie das nicht wollten. Auch die Sexualerziehung in der Schule und die Akzeptanz der Schamgrenzen stärkten die Heranwachsenden in der Entwicklung eines guten Körpergefühls. Außerdem sollten Eltern deutlich machen, dass es "gute" und "schlechte" Geheimnisse gibt und dass Hilfe holen kein Petzen sei. Sie sollen den Kindern Mut machen, "Nein" zu sagen.

Judith Schliermann von der Kemnather Stadtbibliothek hatte einen Büchertisch zum Thema vorbereitet. Die Ausleihe dieser Bücher ist in der Stadtbücherei jederzeit möglich, eine anonyme Ausleihe kann über das Familienzentrum erfolgen. Die Besucherinnen, unter ihnen viele Fachkräfte, die mit Kindern arbeiten, waren sich einig, dass die Öffentlichkeit noch mehr sensibilisiert werden muss. Der Leidensdruck bei den Betroffenen sei enorm, die Erlebnisse aus der Kindheit beeinträchtigten sie oftmals noch als Erwachsene.

Die Referentinnen kommen deshalb an Schulen oder in Kindertageseinrichtungen, um Lehrerkollegium, Personal und Schüler zu informieren. In vielen Einrichtungen werden bestimmte Schutzkonzepte, wie das der Initiative der Bundesregierung "Kein Raum für Missbrauch", erarbeitet.

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