02.02.2018 - 20:00 Uhr
Kemnath

Vortrag von Dr. Michael Kampe beim Frauenbund über Gelenkverschließ von Knie und Hüfte OP erst letzter Schritt

Ein Stechen im Knie oder in der Hüfte - mitunter helfen dagegen Gymnastik, Abnehmen oder eine Spritze. Wenn nicht, dann treten Dr. Michael Kampe oder einer seiner Kollegen auf den Plan.

„Die Wiederherstellung der Funktion des Knie- oder Hüftgelenks bei der Endoprothetik gibt dem Patienten seine Lebensqualität zurück“ betonte Dr. Michael Kampe.
von Josef ZaglmannProfil

Wie es zu "Gelenkverschleiß von Knie und Hüfte", so der Titel von Michael Kampes Vortag, kommen kann, erläuterte er beim Katholischen Frauenbund. Der Facharzt ist Leiter des Endoprothetikzentrums am Krankenhaus Kemnath. An der 2015 zertifizierten Klinik für die Implantation und Wechsel-Operationen von Hüft- und Knieprothesen arbeiteten alle Abteilungen eng zusammen, erklärte der Mediziner. Der Patient werde umfassend informiert und intensiv in die Behandlung mit eingebunden.

"Im Laufe des Lebens kann es zu verschiedenartigen Schädigungen am Hüftgelenk kommen, die den Einbau eines künstlichen Hüftgelenkes notwendig machen", begann Kampe seinen Powerpoint-Vortrag. Häufigste Ursache sei die Arthrose. Hier komme es zu einem Abrieb der gelenküberziehenden Knorpelstruktur. Aber auch andere angeborene oder erworbene Erkrankungen und Verletzungen wie Rheuma, angeborene Fehlbildungen, Brüche, Ausrenkungen oder Absterben des Hüftkopfes könnten zu Schädigungen führen.

Der Einbau eines künstlichen Hüftgelenkes sei eines der erfolgreichsten Operationsverfahren überhaupt, betonte der Redner. In Bayern würden jedes Jahr etwa 28 000 Hüftprothesen implantiert, in ganz Deutschland etwa 250 000. In den vergangenen 25 Jahren hätten sich die Ergebnisse durch neue Materialien sowie muskelschonende und minimal-invasive Operationstechniken kontinuierlich verbessert. Dies ermögliche eine schnellere Rehabilitation. Wissenschaftliche Studien zeigten, dass nach 12 bis 15 Jahren etwa 95 Prozent der Endoprothesen noch gut funktionieren.

Die Voruntersuchungen und Besprechungen mit dem Patienten nehme er in seiner Praxis in Bayreuth vor, die Operation erfolge in Kemnath, berichtete Kampe. Entsprechend der festgestellten Schädigung entscheidet er über den Prothesentyp. Operiert werde aber erst, wenn alle konservativen Therapie wie Krankengymnastik, Schmerztherapie, Schuheinlagen und Injektionen ohne Erfolg bleiben.

Schon am Tag der Operationen müsse der Patient sein Bett verlassen und mit dem Physiotherapeuten leichte Übungen machen. Eine Entlassung sei in der Regel nach vier bis zwölf Tagen möglich, wenn die Operationswunde abgeheilt und eine selbstständige und sichere Mobilisierung erreicht ist. Dem schließt sich entweder eine stationäre Anschlussheilbehandlung (Reha) oder eine ambulante Rehabilitation bei einem Krankengymnasten an.

Nach dem Vortrag nahm sich Dr. Michael Kampe viel Zeit für die Beantwortung von Fragen. Vorsitzende Rita Ponnath dankte ihm mit einem Präsent.

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