Wärmflaschen aus drei Jahrhunderten im Kemnather Museum
Keine kalten Füße bekommen

Museumsleiter Anton Heindl und Heimatkreisvorsitzender Hans Rösch informierten über die neue Sonderausstellung über "Wärmflaschen". Bilder: bjp (2)
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Kemnath
07.12.2016
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Nur der heiße Ziegelstein fehlt: Mit 30 Exponaten aus dem 18. bis 20. Jahrhundert erinnert das Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum bis 26. März 2017 daran, wie sich unsere Vorfahren in Zeiten ohne Zentralheizung und elektrische Heizdecken gegen die Winterkälte wappneten.

Kontrastprogramm

Mit der Ausstellung "Wohlig warm - Wärmflaschen und ihre Geschichte" habe das Museumsteam des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises (HAK) bewusst einen Kontrast zu den früheren Weihnachtsausstellungen setzen wollen, in denen festtägliche Bräuche und traditionelle Volkskunst im Mittelpunkt standen, verriet Museumsleiter Anton Heindl bei der Ausstellungseröffnung im "Musikeum".

Immerhin zählten die "Bettgenossen" aus Zink, Steingut, Messing, Kupfer oder Porzellan auf ihre Weise ebenso zu den einst unverzichtbaren Accessoires der Zeit rund ums Weihnachtsfest wie Krippen, Christbaumkugeln und bunte Teller. "Zu allen Zeiten liebten die Menschen Wärme, denn durch sie entsteht nicht nur neues Leben, sondern sie spendet uns Glück, Gesundheit, Geborgenheit und Sinnesfreude", zitierte Heindl aus einem Buch des Geschichtsforschers Georg Huber. Es sei kein Zufall, dass Rot, die Farbe des wärmespendenden Feuers, auch zur Symbolfarbe der Liebe geworden sei. Auf einfallsreiche Weise hätten die Menschen ihr Bedürfnis nach Wärme in einer Zeit erfüllt, als oft allenfalls im Wohnraum ein Ofen gestanden habe, während die Schlafräume kalt und klamm geblieben seien.

Wie die Ausstellung zeige, hätten diese Gebrauchsgegenstände aber auch dekorativen und repräsentativen Zwecken gedient. Zu den Kuriositäten der Sonderschau zähle etwa eine Wärmepfanne aus dem 18. Jahrhundert, die mit heißem Sand oder mit glühenden Kohlen gefüllt unter das Bett gestellt wurde. Heindls Dank galt dem Sammler Ernst Roth aus Pegnitz, der die Anregung zu dieser Sonderschau gegeben und fast alle Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt habe: "Für uns ist er kein Unbekannter, denn ihm verdankten wir auch einige wertvolle Exponate der letztjährigen Ausstellung über die Geschichte der Zeitmessung."

"Patriotischer" Blickfang

Einen Blickfang in Gestalt einer "patriotischen" Wärmflasche aus dem Ersten Weltkrieg mit Reichsadler, Eisernem Kreuz und Losung "In Treue fest" haben Arno und Tobias Damberger beigesteuert. Die Ebnather hätten sich auch bereiterklärt, die Weihnachtsschau 2017/18 zu bestücken, die unter dem provokanten Motto "Weihnachten im Ersten Weltkrieg - der Krieg begann im Kinderzimmer" stehen werde. Zuvor zeigt das Museum laut Heindl aber noch Sonderausstellungen über Blankwaffen des 18. und 19. Jahrhunderts und "Pop-up-Kinderbücher".

Er und HAK-Vorsitzender Hans Rösch wiesen noch auf eine Mitgliederwerbeaktion des Vereins hin. Wer sich dem Geschichts- und Kulturverein anschließt, erhält kostenfrei ein Exemplar des regionalgeschichtlichen Jahrbuchs "Kemnather Heimatbote". Der Jahresbeitrag beläuft sich auf sieben Euro. (Hintergrund)
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