04.09.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Waldecker pilgern zum 154. Mal nach Fuchsmühl Erst nach 80 Jahren belegt

Für das Wochenende, 9. und 10. September, organisiert die Pfarrei Waldeck zum 154. Mal eine Fußwallfahrt nach Fuchsmühl. Auch wenn die Ursprünge im Dunkeln liegen, so ließen sich die Pilger selbst von den Wirren des Ersten und Zweiten Weltkrieges nicht aufhalten.

Diese Kerze hat die Pfarrei Waldeck zur 150. Wallfahrt für die Wallfahrtskirche gestiftet. Bild: hl
von Hans LukasProfil

Waldeck. Seit 1863 findet die Wallfahrt jährlich statt. Wie und aus welchem Grund die Pfarrei Waldeck nach Fuchsmühl pilgert, ist nicht niedergeschrieben. Selbst der ehemalige Waldecker Pfarrer Dr. Johann Baptist Pausch, der eine Kurzgeschichte der Pfarrei geschrieben hat, geht nicht darauf ein. Auch der Waldecker Heimatforscher Dr. Anton Reger erwähnt in seinen Aufzeichnungen nichts über die Fuchsmühl-Wallfahrt. Einziges Zeugnis sind Aufzeichnungen von Josef Karl aus Kemnath, der in seiner Erinnerung die 80. Wallfahrt ausführlich beschreibt.

Hier ist vermerkt: "Der Mariahilfberg bei Fuchsmühl zum 200-jährigen Jubiläum vom 7. bis 15. September 1888 geht aus der Seite 21 hervor, dass hier der damaligen Einweihung der Hl. Kapelle auf dem Mariahilfberg bei Fuchsmühl unter anderem auch Hw. Herr Wolfgang Adam Woldering, Pfarrer in Waldeck, anwesend war und daselbst auch eine hl. Messe gelesen hat." Demzufolge sei anzunehmen, dass die Pfarrei Waldeck schon zu dieser Zeit nach Fuchsmühl pilgern ging und dies allenfalls nur zeitweilig dazwischen unterbrochen wurde.

Am Samstag, 8. September 1943, zogen die Gläubigen jedenfalls zum 80. Mal nach Fuchsmühl. Trotz der Wirren des Krieges nahmen 61 Personen teil, die in dem Bericht allesamt namentlich nach den Herkunftsorten verzeichnet sind. Die Leitung hatte Josef Murr von Hahneneggaten. Die Wallfahrt war jedoch ohne Musik, weil die hierzu nötigen Musiker infolge Einberufung zum Heeresdienst nicht zur Verfügung standen.

Der Ablauf der Wallfahrt ist detailliert beschrieben, mit allen Gebeten, Anrufungen und frommen Handlungen. Die Notiz endet wie folgt: "Möge Gottes Güte uns nicht erlahmen lassen in der eifrigen kindlich frommen Marienverehrung. Möge endlich diese Jubiläums-Wallfahrt unseren Nachkommen stets ein Ansporn sein, die Wallfahrt nach Fuchsmühl von Geschlecht zu Geschlecht weiter zu geben und zu führen."

Trotz dieser Ausführungen kann man über den Grund der Wallfahrt nur Vermutungen anstellen. Wie es in der damaligen Zeit üblich war, wird sie wahrscheinlich auf ein Versprechen der Pfarrei nach einer Katastrophe oder nach einer schlimmen Heimsuchung zurückgehen. So wurde das auch von den älteren Bürgern immer erzählt. Das Warum bleibt nach wie vor unklar.

Ablauf der Wallfahrt

Am Samstag um 7 Uhr wird in der Pfarrkirche der Pilgersegen erteilt, danach ist Abmarsch über Zwergau, Rosenbühl auf den Steinwald. Gegen 9 Uhr ist beim Gasthaus Räuberfelsen eine Pause geplant und gegen 11.15 Uhr in Friedenfels das Mittagessen. Um 14 Uhr werden die Wallfahrer in Fuchsmühl ankommen. Dann ist Beichtgelegenheit in der Wallfahrtskirche, im Jugendheim gibt es Kaffee. Um 15 Uhr beginnt der Pilgergottesdienst für die Pfarreien Kulmain, Mehlmeisel sowie der Pfarreiengemeinschaft Kastl-Waldeck. Um 16 Uhr wird der Kreuzweg, begleitet von Bläsern, gebetet. Auch die Gläubigen aus der Pfarrei Kastl sind zur Teilnahme besonders eingeladen.

Am Sonntag ist um 8.30 Uhr Pilgergottesdienst in Fuchsmühl und danach treten die Waldecker Wallfahrer den Heimweg an. Ankunft ist dort gegen 15.30 Uhr mit anschließendem Empfang der Pilger in der Pfarrkirche, wo ihnen Pfarrer Heribert Stretz den Segen erteilt. (hl)

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