08.03.2018 - 22:26 Uhr
Kemnath

Weißstorch belegt Horst in Kemnath Storch ist wieder da

Er hat vermutlich eine weite Reise aus dem Süden hinter sich. Der erste Weißstorch lässt sich in der Stadt am Tor zur Oberpfalz blicken. Nun wird der Storch den Horst auf Vordermann bringen, ehe sich hoffentlich Frau Storch niederlassen wird.

Der Weißstorch ist wieder zurück und hat gleich den Horst auf dem Gebäude des Zentrums Bayern für Familie und Soziales am Stadtplatz in Beschlag genommen. Bild: mde
von Michael DenzProfil

Der erste Storch ist am Mittwoch auf dem Kamin des ehemaligen Amtsgerichts, dem jetzigen Zentrum Bayern für Familie und Soziales, gesichtet worden. Damit ist er im Vergleich zum Vorjahr eine Woche später dran. Laut dem Landesbund Bayern für Vogelschutz (LBV) datiert seine damalige Ankunft in Kemnath auf den 27. Februar.

Wie der Rückblick in die Wetterkarte verrät, lagen 2017 die Höchsttemperaturwerte bei der Rückkehr im zweistelligen Bereich über dem Gefrierpunkt und die Tiefsttemperaturen nicht unter null Grad Celsius. Heuer war es gerade mal höchstens etwa 5 Grad "warm", die Tiefsttemperaturen lagen bei minus zwei Grad.

Rund eine Woche hatte der Storch im vergangenen Jahr Zeit, um den Horst für seine "Saisongattin" neu aufzubereiten. Laut LBV legt der Storch für die Rückkehr aus südlichen Ländern bis zu 20 000 Flugkilometer zurück. Vereinzelt überwintert der Zugvogel auch in Bayern, sofern die kalte Jahreszeit mild verläuft. Bei Futterknappheit tritt er dann einen "Teilzug" nach Spanien als wie sonst üblich, nach Afrika an. Dabei überfliegen die Störche nicht das Mittelmeer, sondern die Türkei, Israel und Ägypten.

Ob der erste Rückkehrer hundertprozentig ein Er oder doch eine Sie ist, lässt sich nicht sicher sagen. Männchen und Weibchen unterscheiden sich rein optisch betrachtet nur durch Größe und Gewicht. Jedoch kehrt in der Regel das Männchen früher zurück.

Der Weißstorch gilt als der Frühlingsbote, Glücksbringer und Überbringer des Nachwuchses. Noch vor über drei Jahrzehnten galt er als besonders gefährdete Tierart. In der LBV-Jahresbilanz 2017 geht Meister Adebar aber als der "Gewinner im bayerischen Naturschutz" hervor. Durch das mit inzwischen 33 Jahren "älteste und erfolgreichste Artenhilfsprojekt" stieg in Bayern die Zahl der Storchenpaare von 58 im Jahr 1987 auf mittlerweile weit über 500 jährlich.

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