Werner Nickl und Wolfgang Lippert über das Laufen
Politiker auf dem Laufenden

Vermischtes
Kemnath
19.05.2017
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Die beiden Politiker stehen auch nach dem Lauf noch gut da.

Wolfgang Lippert und Werner Nickl stehen am Mittwoch beim Nofi-Lauf am Start. Das ist keine PR-Maßnahme, Sport ist dem Landrat und Kemnaths Bürgermeister wichtig. Dies zeigt sich bei einem ungewöhnlichen Interview.

Ein harter Tag liegt hinter Werner Nickl und Wolfgang Lippert. Bürgermeister und Landrat saßen den halben Tag bei der Antragskonferenz zur Gleichstromtrasse. Beide sind sich einig, dass sie - vorsichtig ausgedrückt - ihre Zeit schon sinnvoller verbracht haben. Der Abendtermin kommt da recht, Thema ist - wenige Tage vor dem Nofi-Mittwoch - das Laufen und der Sport allgemein. Bei einigen lockeren Runden auf der 400-Meter-Bahn sollen beide erklären, welche Rolle der Sport in ihrem Leben spielt, das sich doch meist an Schreib-, Konferenz- und Wirtshaustischen abspielt.

Zwei Dinge werden dabei klar: Der Freie Wähler Lippert und CSU-Mann Nickl können ganz gut miteinander, wenn es nicht gerade um Kreisumlage oder Realschul-Sanierung geht. Und: Auch bei der Einstellung zu Beruf und dem nötigen Ausgleich denken Nickl und Lippert ähnlich. Einen Unterschied gibt es: Während Nickl "vor zwei, drei Jahren das Laufen für sich entdeckt" hatte, wollte Lippert bislang davon nichts wissen: "Ich bin nie gelaufen. Sogar bei der Bundeswehr hab ich mich um alle Läufe gedrückt", sagt der Landrat. Sportlichen Ausgleich braucht aber auch Laufmuffel Lippert. "Früher habe ich Tennis gespielt. Heute fahre ich im Winter Ski und im Sommer Rad." Regelmäßig sei er im Fitnessstudio. "Du gehst mit Problemen im Kopf rein, und zwei Stunden später frei wieder raus", sagt er dazu. Ähnlich geht es Nickl, wenn er läuft. "Früh am morgen, um halb sieben".



Auf den Kopfhörern läuft Rockmusik, zum Beispiel von Rod Stewart. "Ich laufe in der Regel fünf Kilometer. Und es ist wirklich bemerkenswert, was in der halben Stunde im Kopf passiert." Nach seiner Runde gehe freier und mit mehr Energie zur Arbeit ins Rathaus.

Zuvor erledigt Nickl etwas anders. Er steigt auf die Waage und notiert das Gewicht. Das Ritual gehört zum Morgen wie Frühstück und Zeitung. Dass Nickl und Lippert mit je 61 Jahren so fit dastehen, kommt nicht von ungefähr. "Natürlich muss man beim Gewicht aufpassen", sind sich beide einig. Wenn die Termine lange dauern, isst man gerne spät und unregelmäßig. Das setzt schnell an. Deshalb kommt der nächste Mittwoch gerade recht. Der innere Schweinehund lässt auch einen Bürgermeister nicht in Ruhe. Ein Nofi-Lauf in der Heimatstadt hilft ungemein. Sogar der bisher lauffaule Landrat ließ sich motivieren. "Einen Nofi-Lauf in Kemnath kann ich mir nicht entgehen lassen." Einige Testläufe hat Lippert bereits hinter sich, und siehe da: "So schlimm wie gedacht, ist es gar nicht."

Bietet sich da nicht ein Wettlauf Bürgermeister gegen Landrat, CSU gegen Freie Wähler, Nickl gegen Lippert an? Nein, da sind sich die beiden schon wieder einig. "Ich will den Lauf genießen", sagt Nickl. "Zeit oder Platzierung spielen keine Rolle", ergänzt Lippert. Sport als Wettkampf habe ihn nie interessiert. Bei Nickl war dies zumindest in der Jugend anders. Er spielte für den SVSW Fußball. "Gar nicht mal so schlecht", sagt er. Bis in die Kreisauswahl habe er es geschafft. "Aber dann wurde ich älter und es kamen andere Interessen."

Er rät allen Teilnehmern, den Mittwoch zu genießen. Nickl empfiehlt den Gästen von außerhalb, schon früher zu kommen. Die Geschäfte rund um den Stadtplatz sind darauf eingestellt, und es gebe einige schöne Fleckchen zu entdecken, zu denen man bei einem späteren Besuch gerne zurückkehrt. Wolfgang Lippert nickt: "Eine bessere Werbung für Kemnath kann es gar nicht geben."

Du gehst mit Problemen im Kopf rein, und zwei Stunden später frei wieder raus.Wolfgang Lippert über die Wirkung von sportlicher Betätigung
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