23.06.2017 - 20:10 Uhr
KemnathOberpfalz

Zwergauer feiern im Jahr nur einen regulären Gottesdienst Messe nur am Patrozinium

Für die Gläubigen in Zwergau steht am Dienstag ein besonderer Tag an. Denn dann feiern sie das Patrozinium der Dorfkapelle. Es ist dann die einzige reguläre Messe, die während des Jahres in dem kleinen Gotteshaus stattfindet.

Die Zwergauer feiern am Dienstag das Patrozinium ihrer Dorfkapelle. Für andere Gottesdienste während des Jahres braucht es eine Genehmigung des Bischöflichen Ordinariats. Bild: hl
von Hans LukasProfil

Zwergau. Zu "Ehren der Heiligen Gottesmutter von der Immerwährenden Hilfe" wird sie am 27. Juni von Pfarrer Heribert Stretz gelesen. Der Bau der Kapelle geht auf die Eheleute Margarethe und Johann Sölch aus Zwergau zurück. Sie beschlossen 1954, gegenüber ihres Anwesens das Gotteshaus zum Gedenken an ihren im Zweiten Weltkrieg (12. Februar 1944) in Russland gefallenen Sohn Johann zu errichten. Der Antrag des damaligen Waldecker Pfarrers Sigmund Malzer und der Stifter enthielt auch die Bitte an das Bischöfliche Ordinariat, dass dort einmal im Jahr eine Messe gelesen wird. Die entsprechende Genehmigung erfolgte im Juni 1956.

Die bereits 1955 beendeten Bau- und Zimmererarbeiten übernahmen der Waldecker Maurer Jakob Reger und der Zwergauer Ferdinand. Die Baupläne kamen vom Bauunternehmer Josef Dötsch aus Kemnath. Auf Wunsch der Familie Sölch und der Dorfbewohner benediktierte Malzer am 27. Juni 1955 die Kapelle. Am Weihetag selbst, so geht es aus der Niederschrift des Waldecker Pfarrers hervor, war es kein schöner Tag, denn viele Gläubige mussten außerhalb des Kirchleins im Regen stehen.

Im Inneren fällt zunächst der Altar ins Auge, der aus der Hauskapelle der Kemnather Krankenhauses stammt. Die Altarbilder sind Kopien der Darstellungen, die im Krankenhaus verblieben. Hergestdellt hat sie der Maler Veilg aus Kemnath. Er hat vermutlich auch das Deckengemälde gemalt, dass die Gottesmutter mit Englein zu ihren Füßen zeigt. Das Hauptbild des Altares zeigt sie mit dem Jesusknaben auf den Armen. An der linken Vorderwand hängt eine hölzerne Kreuzigungsgruppe. Daneben befindet sich eine Figur des heiligen Bruders Konrad. Die reche Vorderwand ziert eine Statue der Gnadenmutter von Altötting und der heiligen Barbara. Über dem Eingang ist eine Gedenktafel mit folgendem Text angebracht: Erbaut A.D. 1955 von Familie und Geschwister Sölch. Auch eine Gedenktafel mit Gefallenen der beiden Weltkriege ist in die Wand neben dem Eingang eingelassen. Die gerahmten kleinen Kreuzwegbildchen stammen ebenfalls aus der Krankenhauskapelle Kemnath.

Eine allgemeine und dauernde Erlaubnis der Feier der Messe gestattete das Bischöfliche Ordinariat nicht, es muss von Fall zu Fall eine Genehmigung eingeholt werden. Pfarrer Josef Sölch, ein Bruder der Kapellenstifter, der 1922 geweiht wurde und im Anwesen seines Bruders seinen Lebensabend verbrachte, besaß in den letzten Jahren vor seinem Tod 1965 die persönliche Erlaubnis des Bischofs, in der Dorfkapelle täglich eine Messe zu halten. Heute wird in der Kapelle einmal im Jahr eine Messe gehalten, auch Maiandachten und Kreuzwege finden bisweilen statt.

Früher trafen sich die Dorf- und Gemeindebewohner mindestens einmal in der Woche, um den Rosenkranz zu beten. Die Kapelle hat mittlerweile ein elektrisches Geläut. Davor musste Glocke mit der Hand zum Klingen gebracht werden. Josef Schraml, der derzeitige Eigentümer des Anwesens Sölch, kümmert sich um die Pflege der Kapelle. Zwischenzeitlich gehören der Stadt Kemnath Kapelle und das Grundstück. Vor einigen Jahren hat Willi Eichhorn den Außenputz auf seine Kosten erneuern lassen.

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