19.01.2018 - 14:28 Uhr
KemnathOberpfalz

IG Metall erhöht den Druck im aktuellen Tarifkonflikt Siemensianer bereit zu Tageswarnstreiks

Genauso frostig wie die derzeitige Witterung ist die Tarifauseinandersetzung zwischen den Arbeitgebern der bayerischen Metall- und Elektroindustrie sowie der IG Metall. Auch bei Siemens in Kemnath startet die Gewerkschaft die zweite Warnstreikphase.

Rund 500 der 700 Frühschichtbeschäftigen bei Siemens in Kemnath haben am Freitagvormittag am Warnstreik mit Kundgebung vor der Hauptpforte teilgenommen.
von Hubert BrendelProfil

Auch Beschäftigte der Siemens Healthineers GmbH beteiligten sich am Freitagvormittag an einer Kundgebung und Frühschlussaktion. Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Harald Tretter folgten rund 500 von 700 Kollegen der Frühschicht dem Aufruf.

Bei warmem Kinderpunsch für die streikenden Siemensianer gab Gewerkschaftssekretärin Antonia Enßner vom Bezirk Amberg an der Hauptpforte einen groben Rückblick über die bisherigen Tarifverhandlungen. Diese hatten am Montag in Nürnberg zu keinem Ergebnis geführt. Die IG Metall fordert nach wie vor sechs Prozent mehr Lohn sowie das Recht, die Wochenarbeitszeit befristet auf 28 Stunden reduzieren zu können. Das Angebot der Arbeitgeber der bayerischen Metall- und Elektroindustrie beinhaltet eine Lohnerhöhung um zwei Prozent plus einer Einmalzahlung in Höhe von 350 Euro.

Die Arbeitgeberseite fordert zudem die Möglichkeit, die Arbeitszeit für den gesamten Betrieb - ohne Zuschläge - zu erhöhen. Darüber hinaus stellt sie unter anderem den Kündigungsschutz für ältere Mitarbeiter sowie die bezahlte Drei-Schicht-Pause in Frage. Für die Bezirkssekretärin ist dieses Angebot "ein Minusgeschäft von circa zwei Prozent". Sollte es bei den für 25. Januar anberaumten Tarifverhandlungen zu keiner Annäherung kommen, werde es Tageswarnstreiks geben, kündigte Enßner an. "Seid ihr dabei?", fragte sie die am Warnstreik teilnehmende Belegschaft des Siemens-Werks. Die Reaktion war unüberhörbar und ein deutliches Zeichen der Zustimmung, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.

Verbunden mit dem zweiten Warnstreik war auch eine Frühschlussaktion. Mit Beginn der Kundgebung um 11 Uhr für die Frühschicht war die Arbeit - und damit etwa drei Stunden früher - beendet. Gleiches galt für 27 der 30  Beschäftigten aus der Spätschicht um 18.30 Uhr. Um 3 Uhr folgten alle 7 Kollegen, die in der Nacht auf Samstag eingeteilt waren, dem Aufruf. Im Bezirk Amberg der IG Metall gab es in fünf weiteren Betrieben  Warnstreiks: in beiden Siemens-Werken in Amberg, bei Grammer in Haselmühl und Immenstetten sowie bei Hamm in Tirschenreuth.

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