12.02.2017 - 20:10 Uhr
KirchendemenreuthOberpfalz

Ehemaliger Landtagsabgeordneter Hans Lukas gestorben Engagierter Streiter für die Heimat

Hans Lukas war Oberpfälzer mit Leib und Seele. Und seiner Heimat zu dienen war für den ehemaligen CSU-Landtagsabgeordneten, Bezirks- und Kreisrat sowie Bürgermeister jahrzehntelang der Antrieb für seine Arbeit. Am Samstagfrüh starb der hochverdiente Döltscher überraschend im Alter von 81 Jahren.

24 Jahre lang vertrat Hans Lukas die Interessen der nördlichen Oberpfalz im Landtag. Sein Einsatz galt vor allem der Landwirtschaft und der ländlichen Bevölkerung. Am Samstagmorgen starb der 81-Jährige, der aus dem Landvolk zur Politik gekommen war, im Weidener Klinikum überraschend an den Folgen eines Sturzes. Archivbild: Popp
von Martin Staffe Kontakt Profil

2002 hat sich Hans Lukas komplett aus der Politik zurückgezogen. Es wurde ruhig um den Politiker. Mit der Zeit machte er sich auch an seinen Stammtischen rar. Jeden Morgen hielt er sich bis zuletzt mit dem "Neuen Tag" auf dem Laufenden. So war er immer bestens informiert, was sich in der Heimat und im Landtag ereignete. Das reichte ihm.

Am Samstag vor zwei Wochen zog er sich bei einem Sturz in seinem Haus in Döltsch einen Oberschenkelhalsbruch zu. Die Operation im Klinikum Weiden sei gut verlaufen, berichtete Ehefrau Erna, die ihm über all die Jahre eine große Stütze war. Heute sollte er eine Reha in Erbendorf antreten. Doch am Freitag stellte sich plötzlich eine Entzündung ein. Am Samstagmorgen schlief er im Krankenhaus friedlich ein.

Der gebürtige Döltscher, Vater von fünf Kindern, war kein Mann der großen Worte und der lauten Töne. Trotz seiner 24-jährigen Tätigkeit im Parlament von 1970 bis 1994 blieb er immer bescheiden. Und oder gerade trotzdem hat er im Hintergrund viel auf den Weg gebracht und für die ländliche Bevölkerung bewirkt. Vor allem die Bauern hatten mit Lukas einen engagierten Kämpfer in München. Nur ein Beispiel: Mit Vehemenz machte er sich für Almesbach als Ausbildungsstätte für die Kinder der Oberpfälzer Landwirte stark. Schon immer sehr am Herzen lagen ihm auch die Teichwirtschaft und die Fischzucht.

Ohne den fleißigen Oberpfälzer hätten wohl bei der Gebietsreform 1972 viele kleine Gemeinden in Bayern ihre Selbstständigkeit verloren. Als Bürgermeister mit den Sorgen der Kommunen bestens vertraut, stritt Lukas vehement für das Zustandekommen der Verwaltungsgemeinschaften. Die VG Neustadt/WN, an deren Spitze er fast 30 Jahre stand, war die erste im Freistaat und leistete Pionierarbeit.

Stimmenkönig

Sein Arbeitseifer und seine Beliebtheit brachten dem Lukas-Hans bei den Wahlen in der Oberpfalz eine Sonderstellung ein. Als einzigem Kandidaten gelang dem Stimmenkönig aus dem Haberland sechs Mal über die Liste der Einzug ins Maximilianeum - jedesmal mit einem größeren Vertrauensvotum. Trotzdem vergaß er die Sorgen des kleinen Mannes nicht.

Von offizieller Seite wurde seine Arbeit mit dem Bayerischen Verdienstorden, der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber und dem Bundesverdienstkreuz am Bande gewürdigt. "In einer historischen Phase, in der Bayern in der Entwicklung zu einem modernen Industriestadt entscheidend voranschritt, hast du im Maximilianeum den Kurs mitgestaltet", würdigte der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber zum 70. Geburtstag von Lukas.

Bürgermeister

Von 1972 bis 2002 stand der CSU-Mann an der Spitze der knapp 1000 Einwohner zählenden Gemeinde Kirchendemenreuth mit zwölf Ortsteilen. Mit Hilfe von Dorferneuerung und Flurbereinigung hat sich das Haberland sauber herausgeputzt. Straßen, Wasserleitungen und Abwasseranlagen wurden gebaut. Da der Bürgermeister in München an der Quelle saß, konnte er nahezu sämtliche Maßnahmen bestens finanzieren.

Das Requiem für Hans Lukas wird am Dienstag, 14. Februar, um 14.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes in Kirchendemenreuth gefeiert. Anschließend ist die Beerdigung.

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