05.04.2013 - 00:00 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Christkönigsstatue wieder Teil des heiligen Inventars der Pfarrkirche - Knapp 80 Jahre alt Dank Leinöl und Leim in neuem Glanz

Prächtig steht sie da, am Nordeingang der Pfarrkirche: Viele Jahrzehnte verbrachte die Christkönigsstatue nach dem Abbruch des alten Gotteshauses ein mehr oder weniger ehrwürdiges Dasein im Glockenturm der neuen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Jetzt gehört sie wieder zu deren heiligem Inventar. Wenn man so will: Sie ist heimgekehrt.

von Autor ÜProfil

Am Mittwoch nach der Abendmesse segnete Pater Dr. Benedikt Röder die Figur. Er dankte allen Frauen und Männern, die mitgeholfen haben, die Idee zu verwirklichen. Im Besonderen galt sein Dank Gerhard Hammer und Ludwig Schmidt, Mesner Wolfgang Höllerer, Birgit Strauß - für das Kranzgebinde - und auch Frater Lukas vom Kloster Speinshart, der als gelernter Kirchenmaler beratend zur Seite stand.

Restauriert zu werden brauchte allerdings nicht viel: Einige abgebrochene Finger hat Pater Benedikt selbst wieder angeleimt und auch die gesamte Statue mit Leinöl behandelt.

Ursprünglich gotisch

Die eineinhalb Meter große Figur hat eine interessante Geschichte. Geschaffen wurde sie 1935 im Atelier des akademischen Bildhauers Max Roider aus Regensburg. Roider hat im Bistum viele Kirchen mit Holzfiguren ausgestattet; er genoss bei Bischof Dr. Michael Buchberger hohes Ansehen.

Auftraggeber für die Christkönigs-und die Josefsstatue war der damalige Kirchenthumbacher Pfarrer Leonhard Zechmeier. In seiner Amtszeit wurden die Seitenaltäre, die ein gotisches Aussehen hatten, umgebaut und neu gestaltet.
Zechmeier war es auch, der die Filialkirche in Sassenreuth geplant und gebaut hat. Christkönigsstatuen und -feste hatten in der Weimarer Republik und der Nazi-Zeit eine besondere Bedeutung - vor allem bei der katholischen Jugend. Als Gegenpol zum Führerkult setzten junge Katholiken mit Prozessionen und Feiern ein Zeichen gegen die Ideologie des Nationalsozialismus. Es ist davon auszugehen, dass die Entscheidung zur Anschaffung der Christkönigsfigur auch aus diesem Grund getroffen wurde.

Das Christkönigsfest ist in der 2000-jährigen Geschichte der römisch-katholischen Kirche ein relativ junges Ereignis: Es wurde anlässlich des Heiligen Jahres 1925 eingesetzt. Seit der Liturgieform des Zweiten Vatikanischen Konzils wird das Hochfest am letzten Sonntag des Kirchenjahres gefeiert - also Ende November, da das neue Kirchenjahr am ersten Adventssonntag beginnt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.