Der faszinierende Lebensweg der Brieftauben - Flugsaison startet jetzt wieder
Vom Ei zum gefiederten Sportler

Wenn die Jungtiere langsam älter werden, weicht das Gelb einem Grau. Bilder: spi (2)
Lokales
Kirchenthumbach
25.04.2013
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Sie sind flink und legen beim Wettflug Hunderte von Kilometern in Rekordzeit zurück. Leicht nehmen sie es tempomäßig mit einem Lastwagen auf - die Rede ist von den Brieftauben. Seit einigen Wochen herrscht Hochsaison im Taubenschlag, denn die Sportler der Brieftauben-Reisevereinigung Pegnitz und Umgebung werden für die anstehenden Wettflüge trainiert. Doch was muss eigentlich alles passieren, bis die Taube startklar ist?

Zu Beginn eines Jahres erfolgen das Zusammenstellen der Paare für die Zucht. Dabei wählt der Züchter geeignete Tiere aus, die dann für einige Zeit eine gemeinsame Nistzelle bewohnen. Wichtig ist dabei, den optimalen Anpaarungs-Zeitpunkt zu finden und die richtige Futterversorgung zu gewährleisten. Sind die Tiere verpaart, so legen die Weibchen nach sieben bis zwölf Tagen ihr Erstes von zwei Eiern, die beide Elternteile abwechselnd bebrüten.

Um feststellen zu können, ob die Eier befruchtet sind, werden sie behutsam gegen das Licht gehalten. Nach wenigen Tagen lassen sich bereits Adern oder ein dunkler Punkt feststellen - dann entwickelt sich Leben. Nach einer rund 17-tägigen Brutphase picken die kleinen Nachkommen die Schale von innen auf. Hält man sich ein Taubenei ans Ohr und hört ganz genau hin, kann man das leise Klopfen vernehmen. Die geschlüpften Jungtiere sind noch ohne Gefieder und haben einen gelben Flaum auf der Haut.

Nach dem Schlüpfen folgt die Aufzuchtphase. Beide Elternteile füttern die Jungen mit Körnern, die sie im Kropf gespeichert haben. Nach bereits sechs bis sieben Tagen sind die Küken so sehr gewachsen, dass sie bereits halb so groß wie ihre Eltern sind und beringt werden können. Ein geschlossener Fußring ist dann ihr Personalausweis. Dieser sogenannte Verbandsring enthält verschiedene Angaben. Das quer gedruckte DV steht für den Verband deutscher Brieftaubenzüchter. Dann folgt die Nummer des Vereins, dem der Züchter angehört. Die Vereinsnummer ist meistens fünfstellig und beginnt mit einer 0 oder einem X. Auch das Geburtsjahr der Taube ist abgedruckt. Als Letztes kommt die laufende Nummer innerhalb des Vereins.
In einem Alter von rund 25 Tagen können die Jungtiere abgesetzt werden. Ihr Gefieder hat sich inzwischen zu einem fast geschlossenen Federkleid entwickelt. Die Jungtiere werden dann langsam antrainiert und dürfen bereits bei den Jungtierflügen starten. Neben den jungen Vögeln werden auch die Alttiere auf die kommende Reisesaison vorbereitet, die ab Anfang Mai 13 Wochen andauert. Dabei legen die Alttiere an einem Tag bis zu 700 Kilometer zurück.

Nach einer Flugsaison legt der Brieftaubenzüchter dann größten Wert auf die Mauser. Hierbei handelt es sich um einen fast kompletten Wechsel des Federkleids. Nach der Mauser folgt schließlich die Winterruhe für die Tiere. Dann können sie sich von den anstrengenden Wettbewerben erholen und Kraft für das neue Jahr tanken. Züchter in der nördlichen Oberpfalz lassen ihre Tauben hier einige Monate nicht nach draußen, um sie zu schonen, aber auch vor Greifvögelangriffen zu schützen. Hintergrund
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