03.09.2014 - 00:00 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Hans Georg Gradl predigt in seiner Heimat zum Triduum über die Rolle Marias "Maria, unsere Schwester"

Heimspiel für Pfarrer Prof. Dr. Hans-Georg Gradl. Das dritte und letzte Triduum als inhaltliche und geistliche Einstimmung auf das Bergfest und das Jubiläum "300 Jahre Bergkirche Maria Zell" blieb dem aus der Marktgemeinde stammenden Geistlichen vorbehalten.

Hans Georg Gradl war stolz, dass er das letzte Triduum als Einstimmung auf das Jubiläum leiten durfte. Bild: Rosalinde Fürk
von Autor ÜProfil

"Ich freue mich, dass ich dieses Triduum halten darf", sagte der Zelebrant und Prediger des Gottesdienstes. Gradl bat die zahlreichen Gottesdienstbesucher, ihre Anliegen mit in den Gottesdienst hineinzunehmen. Das Thema seiner Predigt lautete: "Schwester der Menschen."

Hans-Georg Gradl räumte eingangs seiner Ansprache ein, auch einen Bibelwissenschaftler bringe Maria in Verlegenheit. Denn viel sage die Heilige Schrift nicht über sie aus. Viel erzähle das Neue Testament nicht von Maria. Eigentlich trete Maria nur an drei Stellen in Erscheinung: bei der Geburt Jesu, bei der Hochzeit zu Kanaa und am Ende unter dem Kreuz.

Mit Josef verlobt

Kurz gefasst könnte man sagen: Maria sei nur an den Wegkreuzungen, in Krisensituationen da. Am Anfang, bei der Geburt Jesu nahm ihr Leben, ihr Weg eine ganz andere Richtung, da gerate alles aus dem Lot, da verändere sich ihre Lebenspläne, wo sie doch mit Josef verlobt war und mit ihm eine Familie gründen wollte.

Bei der Hochzeit zu Kanaa ist das nicht anders: Auch da nehme das Fest eine andere Wendung, da gehe der Wein aus, da steuere die Feier auf eine Katastrophe zu. Auch bei dieser Krise, in dieser Notlage sei Maria dabei.

Und schließlich unter dem Kreuz, da hatten die Jünger gehofft, dass Jesus Rettung bringen würde, dass er der Messias sei, dass er die verhassten Römer aus dem Land jagen würde. Und dann endet es so: "Er wird verurteilt und hingerichtet, er stirbt qualvoll den Tod eines Verbrechers." Und abermals sei Maria dabei. Sie harre aus - auch in dieser letzten Krise, unter dem Kreuz.

Dies verbinde die wenigen Schauplätze, an denen man Maria in der Bibel begegne. Dies sei der gemeinsame Nenner aller Szenen, in denen man die Gottesmutter sehe. Maria stehe immer an den Weggabelungen, in den Krisenerfahrungen. Sie sei dort, wo es anders komme und anders wird, als zunächst geplant sei. Dort, wo das Leben anders laufe als gedacht.

"Immer dann ist sie uns - mit dem Motto dieser dritten Triduumspredigt - Schwester. Dann nimmt sie uns als Schwester an der Hand, dann können wir als ihre kleineren Geschwister von ihr lernen."

Nur zu gut

Gradl fuhr fort: "Maria ist uns Schwester, immer dann wenn Lebensträume scheitern, wenn unser Weg in die Krise gerät, wenn uns - wie im Evangelium - buchstäblich der Wein ausgeht, wenn uns der Mut und die Kraft verlassen, wenn uns die Übersicht fehlt."

Immer dann - in solchen Situationen, in solchen Krisen und an solchen Weggabelungen - sei uns Maria nahe. All das kenne sie nur zu gut. Immer dann sei sie uns Schwester, eine Schwester der Menschen. "Maria ist uns Schwester: Weil sie die Krisenwege eines Lebens kennt, weil sie um Knoten, Verspannungen und durchkreuzte Wege weiß." Maria werde zur Schwester und zeige, wie man solche Wegkreuzungen lösen und verschlungene Pfade gehen sollte, wie man das Leben Stück für Stück entknoten könne: mit viel Geduld und großem Gottvertrauen."

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