17.03.2014 - 00:00 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Jürgen Kürzinger (SPD) künftig auf dem Chefsessel im Rathaus - Protestwahl "Roter" Machtwechsel

von Autor LYProfil

Die Nachricht, die Bürgermeister Fritz Fürk (CWG) gegen 19 Uhr verlas, ließ die rund 100 Einwohner, die sich vor dem Rathaus versammelt hatten, raunen: Neuer Bürgermeister wird Jürgen Kürzinger (SPD) - das bedeutet Machtwechsel in der Marktgemeinde und eine weitere "rote" Kommune im westlichen Landkreis. 64,58 Prozent der Wähler stimmten für den SPD-Mann, 35,42 Prozent für CWG-Bürgermeisterkandidat Richard Götz.

Die Ersten, die dem neuen Bürgermeister um den Hals fielen, waren seine Gattin und seine Töchter. Erst dann kamen die Genossen und selbstverständlich auch sein Herausforderer mit dem Gratulieren dran. "Ich bin der Außenseiter gewesen, und Götz hatte als Nachfolger des amtierenden Bürgermeisters beste Chancen", hatte Kürzinger noch vor 18 Uhr erklärt. Dass es so ein klares Ergebnis wird, damit habe er nicht gerechnet, sagte er später.

"Die Erde dreht sich weiter": In diesem Punkt sind sich Bürgermeister Fritz Fürk und Bürgermeisterkandidat Richard Götz von der CWG nach der Niederlage einig. Götz respektiert das Ergebnis - und geht noch weiter: "Jürgen Kürzinger hat einen hervorragenden Wahlkampf gemacht und in jedem Bereich gepunktet." Seiner Meinung nach sei das Ergebnis als Protestwahl gegen den amtierenden Bürgermeister zu sehen. Als selbst die CSU eine Wahlempfehlung für den SPD-Kandidaten ausgesprochen habe, sei ihm klar gewesen, dass wichtige Stimmen fehlen, so Götz.
Die Mitglieder der CWG trafen sich beim Heberbräu und diskutierten das Ergebnis, die Genossen feierten beim "Biemichl" ihren Sieg. Nun ist das Ergebnis der Wahl zum Marktgemeinderat wichtig für sie: Die Frage lautet, ob sie mit einer oder gegen eine Mehrheit in dem Gremium agieren können. Zusammenarbeit ist auf alle Fälle wichtig: Das zeigte Jürgen Kürzinger, als er CWG-Gemeinderatskandidaten ein gutes Miteinander wünschte, und als Richard Götz unterstrich, dass er mit allen demokratischen Parteien zusammenarbeite.

Mit 81 Prozent war die Wahlbeteiligung sehr hoch. Von 2667 Stimmberechtigten gaben 2162 ihr Votum ab - darunter waren allerdings 19 ungültige Stimmen. Während Götz in Heinersreuth (41,67 Prozent zu 58,33 Prozent) und Neuzirkendorf (45,56 Prozent zu 54,44 Prozent) die Nase vorn hatte, lag Kürzinger in Thurndorf (58,58 Prozent zu 41,42 Prozent) und Kirchenthumbach sowie in den drei Briefwahlbezirken vorne.

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