02.09.2014 - 00:00 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Sandstein-Keller mit Mutter-Gottes-Statue aus dem 18. Jahrhundert restauriert Wunsch geht spät in Erfüllung

Im Jubiläumsjahr "700 Jahre Kirchengeschichte - 300 Jahre Bergkirche Maria Zell" erscheint das Nutzungskonzept für den letzten und jetzt wieder funktionsfähigen Erdkeller sinnvoll. Im Keller am Fuße des Weges zur Bergkirche, kann künftig unter einem historischen Sandsteingewölbe gebetet und persönliche Anliegen können vorgebracht werden.

von Autor ÜProfil

Am Sonntag, 7. September, gegen 14.30 Uhr, nach dem Kreuzweggebet, wird Pater Dr. Benedikt Röder den kleinen Ort der Ruhe samt Lourdes-Muttergottes-Statue segnen.

Der Sandstein-Gewölbekeller der direkt an den Maria-Zell-Weg und an die Görglaser Straße angrenzt, war dem Verfall preisgegeben. Bei der Dorferneuerung wurde der aus dem 18. Jahrhundert stammende Keller grundlegend saniert und damit der Nachwelt erhalten. Die Wiederherstellung des Gebäudes wurde vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz gefördert.

In einer Sitzung des Marktgemeinderates schlug der damalige Bürgermeister Fritz Fürk vor, den Keller zumindest im Jubiläumsjahr "700 Jahre Kirchengeschichte - 300 Jahre Bergkirche" als Ort des Betens zu nutzen. Die Idee wurde von Pater Benedikt Röder freudig aufgenommen. Inzwischen haben Mitarbeiter des Bauhofs ein Absperrgitter eingebaut und ein Kabel für die Stromversorgung verlegt. Die 1,10 Meter große Statue schaffte die Pfarrei an. Platziert wurde diese auf einem Sandsteinsockel, der einem Kelch oder einer Hostienschale gleicht. Dieser wurde 2004 bei Sanierungsarbeiten im Friedhof gefunden. Beim Anlegen einer Treppenanlage stießen Arbeiter der Gemeinde auf die Steinfragmente eines Priestergrabes.

Im Nebenraum eingelagert

Fürk ließ an dieser Stelle die Arbeiten einstellen. Den Stein ließ er reinigen und in einem Nebenraum der Aussegnungshalle einlagern. Bei näherer Betrachtung lag die Vermutung nahe, dass es sich um die Grabstelle von Pfarrer Franz Xaver Leythäuser (1781 - 1831) handelt. Einarbeitungen in den Stein, wie die Motive Kelch und Fisch sowie Buchstaben, die auf Leythäuser hindeuteten, untermauerten diese Vermutung. Jenem Pfarrer Franz Xaver Leythäuser war die Bergkirche sehr ans Herz gewachsen.

Schon zu seiner Zeit wollte er vom Krawandorf hinauf zur Bergkirche einen Kreuzweg anlegen. Doch französische Truppen unter General Jourdan plünderten den gesamten Ort mit Kirche und Pfarrhaus aus und raubten auch den Kreuzwegfonds. Somit schließt sich ein Kreis: Pfarrer Franz Xaver Leythäusers Grabstein findet nach 183 Jahren dort als Träger einer Mutter-Gottes-Statue Verwendung, wo er einen Kreuzweg geplant hatte. Zufall oder Fügung? Der Kreuzweg wurde dann 62 Jahre später am 23. Juli 1865 durch Pfarrer Johann Georg Höllerl eingeweiht.

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