05.09.2014 - 00:00 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Traditioneller Kreuzweg eine Woche vor dem Bergfest - Säulen seit 1865 zur Bergkirche hinauf Wie vor 100 Jahren

Die große Feier steht kurz bevor: 300 Jahre Bergkirche feiert die Pfarrei Mariä Himmelfahrt am 14. September. Doch bevor die Feierlichkeiten starten, gilt es Traditionen zu pflegen. Und dies haben die Gläubigen am Sonntag vor.

Der Kreuzweg hinauf zur Bergkirche Maria Hilf liegt idyllisch unter Bäumen. Am Sonntag beten hier wieder zahlreiche Gläubige. Bilder: ü (2)
von Autor ÜProfil

Es gehört inzwischen zur Tradition und zum kirchlichen Jahresablauf, dass am Sonntag vor dem Bergfest der Kreuzweg hinauf zur Bergkirche Maria Zell gebetet wird. Dieses Beten am 7. September beginnt um 14 Uhr am Fuß des Maria Zell Weges (Görglaser Straße). Der Kreuzweg zeigt den Weg Jesu von der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis zur Kreuzigung.

Heuer hat der Kreuzweg eine besondere Bedeutung, da die Pfarrei Mariä Himmelfahrt das 300-jährige Bestehen der Bergkirche feiert. Die Kreuzwegstationen haben eine interessante Historie. Im Jahr 1852 erkrankte die Kirchenthumbacherin Katharina Diepold schwer. Sie versprach für den Fall der Wiedergenesung ein Geldopfer zum Bau der Kreuzwegstationen. Sie wurde gesund und löste ihr Versprechen ein. Nachdem der Maler Seitz aus Auerbach 14 Stationsbilder auf Gussplatten gemalt und der ebenfalls aus Auerbach stammende Maurermeister Schwemmer die Muschelkalksteine behauen und geliefert hatte, begann man im Frühjahr 1865, die Stationssäulen am Prozessionsweg zur Bergkirche aufzurichten.

Noch rechtzeitig vor dem Bergkirchweihfest Mariä Geburt wurde der Kreuzweg am 23. Juli 1865 eingeweiht. Im gleichen Jahr kamen Lindenbäume hinzu und dadurch konnte die früher mit nur zwölf Bäumen begonnene Lindenallee bis hinab zur ersten Station vervollständigt werden. 97 Jahre später, genau am 3. September 1962, ließ der damalige Regierungspräsident der Oberpfalz, Dr. Georg Zizler, die Lindenallee per Ehrenurkunde zu einem Naturdenkmal erheben. Auf der Ehrenurkunde, die im Besitz der Gemeinde ist, heißt es: "Das Naturdenkmal Lindenallee am Wege vom Marktplatz zur Bergkirche, das sich im Eigentum der Marktgemeinde Kirchenthumbach befindet, wurde durch Verordnung vom 24.10.1910 (MABl S. 839) wegen seiner besonderen Bedeutung für die Allgemeinheit unter Naturschutz gestellt. Seit langer Zeit belebt und bereichert das geschützte Denkmal das Bild der heimatlichen Landschaft. Sein Besitz verpflichtet darum, es pfleglich zu behandeln, damit es auch zukünftigen Geschlechterfolgen Zeugnis gebe von der Verbundenheit unserer Vorväter mit den Dingen der Natur."

Pfarrer und Bischöflich Geistlicher Rat Adolf Schultes, der von 1964 bis 1977 in Kirchenthumbach seelsorglich tätig war, veranlasste in den 70er-Jahren die Sanierung des Kreuzweges. Die Kreuzwegstationen wurden gesäubert und mit kleinen Eichenkreuzen versehen, die Karl Knopf hergestellt hatte. Außerdem wurden die Leidensbilder in den Ädicularen der Steinsäulen restauriert.

Nach Abschluss der Arbeiten weihte Pfarrer Schultes den Kreuzweg. Der damalige Pfarrgemeinderat beschloss, künftig am Sonntag vor dem Bergfest den Kreuzweg "hinaufzubeten". Da auch Eichenholz unter freiem Himmel keine Ewigkeit überdauert und zudem Vandalen hausten, wurden die Holzkreuze durch Kreuze aus Metall ersetzt, die Gerhard Seemann stiftete.

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