21.08.2014 - 00:00 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Übrig gebliebene Konzentrationsfläche steht noch unter "Schwarzstorch"-Vorbehalt Kaum Platz für Windräder

Ein Flächennutzungsplan will ausgiebig diskutiert sein: Der Marktgemeinderat beschäftigte sich vier Stunden damit. Wenn es so lange dauert, muss es ums Thema Windenergie gehen. Am Ende war klar, dass die geeigneten Flächen rar werden. Außerdem legte das Gremium die Abstandsflächen fest.

von Holger Stiegler (STG)Profil

Als Experten waren die Landschaftsplaner Dietmar Narr, Martin Gebhardt und Kathrin Brunne vom Büro "Narr Rist Türk" aus Marzling dabei. Dabei besprachen sie die Stellungnahmen der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange, um die die Verwaltung Anfang 2013 gebeten hatte.

Die Drei wollten von den Räten wissen, "welche Hausaufgaben" sie erledigen müssen, um das Verfahren für den Flächennutzungsplan voran zubringen. Narr erläuterte dem Gremium zunächst das bisherige Verfahren. "Ziel soll die Ausweisung von Konzentrationsflächen sein", so Narr. Damit habe die Kommune ein Steuerungsinstrument. Er machte klar, dass sich die Diskussion erledigt hat, wenn tatsächlich der zehnfache Abstand der Anlagenhöhe zur Wohnbebauung vorgeschrieben werde (H-10-Regelung).

In den ersten Planungen habe sich "eine Handvoll Flächen" als für Windräder geeignet erwiesen. Wegen verschiedener Einwendungen und anderer Baumaßnahmen bleibe realistisch nur eine Fläche in Betracht: westlich von Alt- und Neuzirkendorf an der Gemeindegrenze zu Auerbach.

Beim diesem Gebiet komme die Gemeinde "am Schwarzstorch nicht vorbei", eine artenschutzrechtliche Prüfung sei nötig. Demnach müsse geklärt werden, ob "mittleres oder hohes Risiko für das Vorkommen des Schwarzstorchs" bestehe und ob es ein "signifikant erhöhtes Kollisionsrisiko" gebe.

Nicht in Frage käme der Kitschenrain wegen des geplanten Aussichtsturms. Auch zwei kleinere Gebiete südwestlich von Sassenreuth beziehungsweise nordöstlich von Neuzirkendorf würde Narr streichen, um so die "Verspargelung der Landschaft zu verhindern". Auch ein gemeindefreies Gebiet der Bayerischen Staatsforsten nordwestlich von Thurndorf in der Nähe der Gemeindegrenze zu Creußen falle weg.

In der Diskussion ging es dann um die Abstandsflächen. Narr warnte, Abstandsregelungen zu treffen, die eine Planung unmöglich machen. Das Gremium einigte sich auf 800 Meter Abstand zur allgemeinen Wohnbebauung und 500 Meter bei Dorf-und Mischgebieten. Das einzige "Nein" kam von Winfried Sporrer (CSU) aus Neuzirkendorf. Er plädierte für 1000 Meter. (Bericht folgt)

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