19.02.2018 - 16:54 Uhr
Kirchenthumbach

CWG-Jahreshauptversammlung: Ewald Plößner berichtet aus der Fraktion - Kritik an Rathauspolitik "Anschieben" zeigt Erfolg

Die Christliche Wählergemeinschaft (CWG) sollte sich - wie auch alle anderen Parteien und Wählergruppen aus der Marktgemeinde - für mehr Jugendarbeit stark machen. Diese Forderung richtet Vorstandsmitglied Ewald Plößner an Mitglieder und Vereinsspitze.

Das "Prüschenk-Häusl" in der Bachgasse ist jetzt im Besitz der Marktgemeinde. Auf dem Areal soll ein Regenüberlaufbecken gebaut werden. Bild: ü
von Autor ÜProfil

In der Jahreshauptversammlung (wir berichteten) übernahm er einen Teil des Berichts aus der Fraktion. Er bemängelte darin das zähe Umsiedeln des Kinderspielplatzes im Baugebiet "Sandbrunnen". Damit dies endlich funktioniert habe, habe erst seitens der Bürgerschaft "angeschoben" und eine Unterschriftensammlung veranstaltet werden müssen. Ausdrücklich lobte Plößner die Ausführung durch den Bauhof und die Anschaffung neuer Spielgeräte sowie die zukunftsorientierte Standortwahl am Ende des Lärchenweges.

Das CWG-Vorstandsmitglied sprach auch die bürgerunfreundlichen Bestrebungen an, das Kirchenthumbacher Standesamt aufzulösen. Die Selbstständigkeit sei am seidenen Faden gehangen. Durch das Aufstehen der Bürger sei eine Verlegung nach Eschenbach verhindert worden. "Ohne Trommeln der Bürger wäre das Standesamt in einem kommunalpolitischen Hinterzimmer zu Grabe getragen worden." Doch Gott sei Dank habe der Gemeinderat in letzter Konsequenz richtig entschieden, sagte Plößner. Dies stelle einmal mehr unter Beweis, dass man die Bürger für vernünftige Aktionen motivieren könne. Es sei schon bemerkenswert, dass die Führung im Rathaus erst durch Druck von außen zu vernünftigen Lösungen komme.

Regenüberlaufbecken

Der Redner erinnerte auch an den Selbstbehauptungskurs für Kinder, der sehr gut angenommen worden sei. Dank zollte er der CWG und der Firma Seemann, die die Veranstaltung finanziell und materiell unterstützt haben.

In der allgemeinen Aussprache erfuhren die Mitglieder, dass die Gemeinde das "Prüschenk-Häusl" in der Bachgasse sowie ein Gebäude mit Grundstück am Rande der Firmenbrache Prüschenk in der Kellerstraße gekauft hat. Dort sollen Regenüberlaufbecken für die Abwasserbeseitigungsanlage gebaut werden. Angesprochen wurden auch die hohen Investitionsbeträge in den zurückliegenden Haushalten. Jedoch sei kaum etwas realisiert worden, monierten die CWGler. Im Haushaltsjahr 2014 seien über drei Millionen Euro für die Sanierung bzw. den Neubau der Kläranlage eingestellt worden. Jetzt habe Bürgermeister Jürgen Kürzinger zugegeben, dass ein Neubau nicht notwendig sei.

Marode Wohnblocks

Man konzentriere sich auf Reparaturen des Kanalnetzes, um das Eindringen von Fremdwasser zu verhindern. Bisher seien dafür 30 000 Euro ausgegeben worden, rund ein Prozent des Haushaltsansatzes 2014. Die "Regierenden" hätten dieses "falsche Zahlenwerk" genutzt, um einen Grund für die Erhöhung der Realsteuersätze zu haben, kritisierten die Mitglieder.

Gefragt wurde auch, was aus den Plänen für die Ganztagsbetreuung für Kinder geworden ist, nachdem der Bürgermeister angekündigt habe, diese vom Kinderhaus in die Schule zu verlegen. Deren Sanierung war ein weiterer Kritikpunkt. Angeprangert wurden zudem die maroden Wohnblocks in der Görglaser Straße, die einem Abbruchunternehmen gehören. Bereits vor einem Jahr habe der Eigentümer angekündigt, die Immobilie abzureißen. Die Gemeinde sollte Druck ausüben, ehe ein Unglück passiert, lautete die Forderung.

"Mit der derzeitigen Kommunalpolitik ist ein Riss quer durch Kirchenthumbach entstanden; es gibt kein gemeinsames Leitbild mehr", erklärte Vorsitzender Jürgen Geyer. "Das kommunalpolitische Miteinander im Rathaus und untereinander fängt an zu bröckeln. Die Einigkeit in der Regierungsfraktion ist dahin." Die CWG wolle deshalb 2020 wieder die Hauptverantwortung übernehmen. Dies sei möglich, wenn die Mitglieder unterstützend mitarbeiten.

Dresden-Fahrt und Betriebsbesuche

Stellvertretender Vorsitzender Richard Götz kündigte in der Jahreshauptversammlung der CWG für 2018 zahlreiche Aktivitäten an. Zunächst reflektierte er den Ausflug nach Prag, der zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden sei.

Heuer soll vom 30. August bis 1. September die sächsische Landeshauptstadt Dresden angesteuert werden. Reiseleitung und Führung in Dresden werde wieder Franz Müller übernehmen. Geplant sei unter anderem ein Besuch im sächsischen Landtag und in der Porzellanmanufaktur in Meißen, teilte Götz mit.

Auf der Agenda stünden daneben Besuche von Betrieben, ein Gespräch mit dem Handwerker- und Gewerbeverein und die Besichtigung eines Verlagshauses. Es werde auch über ein Straßenmalen mit Kindern sowie eine CWG-Wanderung nachgedacht. Beibehalten werden sollen zudem die erfolgreichen Bürgergespräche in Form von CWG-Stammtischen. (ü)

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