05.02.2018 - 21:38 Uhr
Kirchenthumbach

Früherer Kirchenthumbacher Seelsorger freut sich über gelungenen Start in Berlin Pater Benedikt segnet CSU-Büros

Kirchenthumbach/Berlin. Pater Benedikt bringt Segen nach Berlin - bis in den Bundestag: Kirchenthumbachs früherer Pfarrer war dort, um die Büroräume seines Studienfreundes Stephan Pilsinger aus München zu segnen. Weil auch andere Abgeordnete diesen Service in Anspruch nehmen wollten, artete der Besuch beinahe in Arbeit aus. Zehn CSU- und ein CDU-Abgeordneter erbaten den Segen für ihre Räume: "Ich war beinahe fünf Stunden in den Büros unterwegs", berichtet Röder, dem der Besuch dennoch Freude gemachte hat. "Wann hat man sonst eine solche Gelegenheit."

Auch Staatssekretärin Dorothee Bär (von links) ließ ihre Büroräume von Pater Benedikt Röder segnen. Eingeladen hatte den Prämonstratenser sein früherer Studienfreund Stephan Pilsinger. Bild: Büro Bär
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Außerdem seien die Abgeordneten im Bundestag auch für seinen Arbeitgeber - die Bundespolizei - zuständig. Dass er zum Jahreswechsel eine neue Stelle angetreten hat, sei die richtige Entscheidung gewesen. "Das kann ich schon nach fünf Wochen sagen." Ansprechpartner ist er ausschließlich für Bundespolizisten. "Ich bin selbst kein Polizist und ich betreue auch keine Verbrechensopfer oder Hinterbliebene als Krisenseelsorger." Dieses Missverständnis habe er zuletzt häufig aufklären müssen.

Noch ist Röder dabei, sich einzuarbeiten. "Heute habe ich eine Frühschicht auf dem Hauptbahnhof begleitet." Er wolle wissen, wie der Alltag eines Bundespolizisten aussieht. Vor Probleme stelle ihn noch das Abkürzungs-Wirrwarr, in dem sich Bundespolizisten ganz selbstverständlich austauschen. Abgesehen von solchen Anfangsschwierigkeiten habe er einen "Super-Start" erlebt. Auch mit seinem neuen Wohnort in der nähe von Köpenick sei er glücklich.

Viel wichtiger aber: Die Freude an der Arbeit ist zurück. In der Pfarrseelsorge habe er sich zuletzt "wie ein Nachlassverwalter" gefühlt: "Die Zahl der Kirchbesucher sinkt, die der Austritte steigt." Nun helfe er an den freien Wochenenden in Pfarreien aus, die wegen des Zuzugs nach Berlin wachsen, statt zu schrumpfen. Christen in Berlin seien zwar längst in der Minderheit. Wer sich aber in der Kirche engagiere, tue das aus voller Überzeugung. "Dass hier ein Gottesdienst über eine Stunde dauert, ist gar kein Problem. In Kirchenthumbach hätte ich mich das nie getraut."

An seiner Schrift sollt ihr ihn erkennen.

Pater Benedikt ist glücklich mit seiner neuen Stelle, mit Kirchenthumbach hat er aber längst nicht abgeschlossen. Erst am 27. Januar besuchte er den SC-Sportlerball. Sein Plan, unerkannt zu bleiben, scheiterte aber. Dabei hatte Röder sich Gedanken gemacht: Sein Raben-Kostüm ließ nur die Augen frei, um nicht an der Stimme erkannt zu werden, hatte er eine Karte dabei. Vorne stand: "Ein Bier, bitte", hinten: "Danke". Doch schon beim ersten Einsatz verriet ihn die Karte: Die Bedienung war Röders frühere Pfarrsekretärin. "Sie kennt meine Handschrift und hat mich gleich begrüßt."

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