Kirchenthumbach strebt interkommunale Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schlammersdorf an
Neue Wege bei Breitbandausbau

Politik
Kirchenthumbach
12.01.2018
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Gemeinsam zu schnellem Internet: Uneingeschränkte Zustimmung findet im Marktgemeinderat in der ersten Sitzung des Jahres 2018 eine interkommunale Zusammenarbeit bei der Breitbanderschließung. Partner dabei soll die Nachbarkommune Schlammersdorf sein.

Mit dieser Entscheidung hat der Marktgemeinderat am Mittwochabend die Tür für weitere Fördermittel aufgestoßen. Denn bei einer Kooperation von zwei oder mehreren Gemeinden gewährt der Freistaat eine weitere Förderung von 50 000 Euro für jede der beteiligten Kommunen. Jetzt muss die Gemeinde Schlammersdorf entscheiden, ob sie an der interkommunalen Zusammenarbeit interessiert ist.

Details zu einer solchen Kooperation beim Breitbandausbau erläuterte Verwaltungsangestellter Manfred Schaub. Er verwies dabei auf die daraus resultierenden Synergieeffekte. Nach seinen Worten ist ein zeitnahes Handeln der Kommunen Voraussetzung, damit die zusätzliche Förderung gewährt wird. Dazu gehören eine zeitliche Abstimmung der Planung und die Erledigung der Ausschreibungen.

Markterkundung als Basis

Im Grundsatz jedoch handele jede Gemeinde auch weiterhin eigenständig, machte Schaub deutlich. Dies bedeute, dass das Unternehmen sein Angebot für den Breitbandausbau auch einzeln bei jeder der an der interkommunalen Zusammenarbeit teilnehmenden Gemeinde abgibt. Auch über den Provider entscheide jede Kommune für sich.

Als weiterer Punkt bei der Breitbanderschließung stand die Zustimmung zur Vorberatung vom März 2017 an. Auch dagegen gab es im Gremium keine Einwände. Demnach wird der weitere Ausbau des schnellen Internets auf der Grundlage der Markterkundung durch die Firma IK-T (Innovative Kommunikations-Technologie) Mansdorfer und Hecht aus Regensburg erfolgen.

Laut dem Verwaltungsangestellten wird es dadurch in der Marktgemeinde möglich sein, dass künftig eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Megabit pro Sekunde genutzt werden kann. Somit werde es keine "weißen Flecken" mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von unter 30 Megabit pro Sekunde mehr geben.

Die Deutsche Telekom hat angekündigt, in den nächsten drei Jahren eigenverantwortlich Maßnahmen der Vectoring-Technologie, die das über Kupferkabel bezogene Internet schneller machen soll, vorzunehmen. Dies hat den Vorteil, dass Kirchenthumbach keine zusätzlichen Mittel aufbringen muss.

Über 300 000 Euro

Um jedoch auf der Grundlage der Markterkundung ausgewiesene Erschließungsgebiete per Hochgeschwindigkeitsnetz zu versorgen, werden nach ersten Schätzungen Kosten von knapp 1,6 Millionen Euro anfallen. Nach Abzug der Fördermittel verbleibt für die Marktgemeinde ein finanzieller Anteil von rund 312 000 Euro. Eine endgültige Kostenaussage sei aber erst möglich, wenn das Ergebnis der Ausschreibung vorliegt, betonte Schaub.

Auf die Frage von zweitem Bürgermeister Josef Schreglmann (CSU), wann der angestrebte Breitbandausbau realisiert werde, hieß es, dass die Deutsche Telekom erst Aufträge aus dem Vorjahr abarbeiten müsse. Ob die Marktgemeinde noch heuer zum Zuge komme, sei mehr als fraglich.
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