Marktgemeinderat befürwortet die Entwurfsplan zum Baugebiet Sandbrunnen IV
Bereits sechs Interessenten

Insgesamt 18 Bauplätze sieht die Entwurfsplanung für das neue Baugebiet "Sandbrunnen IV" vor. Strittig war im Marktgemeinderat jedoch die vorgesehene Bauverbotszone von 15 Meter entlang der Burggruber Straße, der Kreisstraße NEW 43 (links). Bild: br
Politik
Kirchenthumbach
07.07.2017
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soll nach dem Willen des Marktgemeinderats weiter wachsen. Ohne Gegenstimme billigt das Gremium den Entwurf des Bebauungsplanes "Sandbrunnen IV". Allerdings geben die Räte dem Planungsbüro eine Reihe von Anregungen für die endgültige Fassung mit auf den Weg.

(br) Diplom-Ingenieur Ralf Köferl vom Planungsbüro Kuchenreuther aus Marktredwitz erläuterte in der Sitzung des Marktgemeinderats am Mittwochabend ausführlich und umfangreich den Entwurf des Bebauungsplanes "Sandbrunnen IV" mit integriertem Grünordnungsplan nebst Begrünung, textlicher Festsetzungen und Umweltbereich als Allgemeines Wohngebiet. So sieht das künftige Baugebiet 18 Parzellen vor, auf denen eine zweigeschossige Bauweise sowie Sattel-, aber auch Flachdächer erlaubt sind, vor. Die Grundstücke haben eine Größe zwischen rund 700 und 1200 Quadratmeter.

Verkehrsberuhigter Bereich

Der Stadtplaner erläuterte, dass eine Bauverbotszone von 15 Meter zur Burggruber Straße (Kreisstraße NEW 43) vorgesehen ist. Die Stichstraßen sind als verkehrsberuhigter Bereich gedacht, vorgesehen ist auch eine fußläufige Anbindung an bestehende Wege im Osten und Süden.

Im Osten des Areals ist zudem ein Regenrückhaltebecken zur Oberflächenentwässerung geplant. Der Entwurf sieht ferner eine eventuelle Erweiterung des Baugebiets nach Süden vor. Marktgemeinderat Dominik Brütting (SPD) monierte, dass kein Kinderspielplatz vorgesehen sei. Er schlug vor, das geplante Regenrückhaltebecken unterirdisch zu bauen und darauf einen Spielplatz zu schaffen. Sein Alternativvorschlag war, zugunsten eines Spielplatzes auf eine Parzelle zu verzichten.

Nach Einschätzung von Bürgermeister Jürgen Kürzinger (SPD) würde eine unterirdische Verbauung des Regenrückhaltebeckens enorme Kosten nach sich ziehen. Dritter Bürgermeister Werner Trenz (Wählergemeinschaft Sassenreuth) plädierte aus optischen Gründen für eine offene Wasserfläche.

Im Gremium war die Bauverbotszone von 15 Meter zur Burggruber Straße hin nicht unumstritten. Marktgemeinderat Jan Wiltsch (SPD) forderte weniger Regulierungen, damit das geplante Baugebiet für Bauwillige interessant sei. Er befürchtete, dass sich potenzielle Häuslebauer sonst anderweitig nach einem Bauplatz umschauen. Angeregt wurde zudem, an der Westgrenze auch Doppel- beziehungsweise Reihenhäuser zuzulassen.

Bereits sechs Interessenten

Beim Thema Spielplatz kam der Marktgemeinderat weitestgehend überein, einen solchen bei einer Erweiterung des geplanten Baugebiets zu berücksichtigen. Wie Bürgermeister Kürzinger informierte, gebe es bereits sechs Interessenten für einen Bauplatz.

Der Marktgemeinderat befürwortete schließlich einstimmig den Entwurf, beauftragte aber das Planungsbüro, die Änderungsvorschläge einzuarbeiten. Gleichzeitig beschloss das Gremium die frühzeitige Beteiligung der Bürger sowie der betroffenen Behörden und der sonstigen Träger öffentlicher Belange.

Seniorenbeauftragter: "Kirchenthumbach ist ein einzigartiges Mehrgenerationenhaus""In Kirchenthumbach lässt sich's gut leben." Dieses Fazit zog Marktgemeinderat Heribert Lassner (SPD) in seiner Funktion als kommunaler Seniorenbeauftragter in der Sitzung am Mittwochabend. Er hatte seinen Bericht in fünf Themen untergliedert und kam abschließend zu dem Ergebnis: "Der Markt Kirchenthumbach ist ein gigantisches Mehrfamilienhaus. Seine alten Mitbürger sind glücklich, weil sie spüren, dass sie gebraucht werden. Bürger, die anderen helfen können - das ist eine aufregende empirische Erkenntnis - leben länger."

Der Seniorenbeauftrage ging eingangs darauf ein, dass in 16 bayerischen Modellgemeinden erforscht werde, wie Dienstleistung, Mobilität und Grundversorgung gesichert werden können. Zwar gehöre Kirchenthumbach nicht dazu. Aber mit 3247 Einwohnern (Stand 2011) sei die Marktgemeinde wie geschaffen, um sich an diesem Projekt messen zu lassen.

Lassner verwies auf die Broschüre "Kleine Gemeinden demographiefest in die Zukunft führen". Dazu verdeutlichte er: "Kirchenthumbach ist ein einzigartiges Mehrgenerationenhaus. 90 Prozent der Älteren leben zusammen mit Kindern und Enkelkindern unter einem Dach."

Nach seinen Worten funktioniere die Nachbarschaftshilfe im Markt prächtig. "Doch die Vorsitzenden der Altenclubs sagen, 'der Putz bröckelt'." Er informierte in diesem Zusammenhang, dass der Marktgemeinderat die im November 2015 gegründete Selbsthilfe-Gemeinschaft "Generationen Hand in Hand" unterstütze, damit deren Ziel, dass Bürger so lange wie möglich im gewohnten Umfeld leben können, erreicht werde.

Lob hatte der Seniorenbeauftragte für die drei Altenclubs hinsichtlich ihres bürgerschaftlichen Engagements parat. "Mit gemeinsamen, vielseitigen und geselligen Veranstaltungen bündeln sie ihre Kraft", erläuterte er.

Für den Bereich Gesundheit und Pflege stellte er fest, dass die ärztliche Versorgung umfassend und qualitativ gut ausgestattet sei. Es fehle zwar eine Apotheke, doch das Ersatzmodell sei "einen Tick besser": Die vom Arzt verordneten Medikamente werden noch am gleichen Tag direkt ins Haus geliefert.

Auch hinsichtlich Dienstleistungen und Mobilität zog Lassner ein positives Resümee. Dabei lobte er das Kemnather Projekt mit der "blauen Bank" auf dem Stadtplatz und bezeichnete dies als "grandiose Idee".

Nicht zuletzt sei Kirchenthumbach in der Grundversorgung bestens ausgestattet, erklärte der Seniorenbeauftragte. Auch wenn die Zahl der Wirtshäuser rückläufig sei, bestehe kein Grund zur Panik. Auch sprach er die Gemeinde Vorbach an, für die hinsichtlich ihrer besonderen Situation eine vernünftige Lösung gefunden worden sei. Der Bürgerladen, der in Kürze eröffnet werde, sei "voraussichtlich eine gelungene Mischung aus Einkaufen und Kommunikation". (br)
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