02.02.2018 - 14:42 Uhr
Kirchenthumbach

Fotografen brauchen viel Geduld Momente für die Ewigkeit

Nur mal schnell auf den Auslöser der Kamera drücken. Das will Christoph Brüning nicht. Er wartet den richtigen Moment für sein Foto ab. Und das kann schon mal ein paar Jahre dauern - es kommt schließlich aufs Detail an.

Für diese Aufnahme vom Gipfel des Nußhardts im Fichtelgebirge musste Christoph Brüning viel Geduld aufbringen. Bild: Christoph Brüning
von Anne Spitaler Kontakt Profil

Der dritthöchste Berg im Fichtelgebirge, der Nußhardt, macht seinem Namen alle Ehre. Zumindest aus Fotografen-Sicht. Bis Christoph Brüning diese "harte Nuss" mit seiner Kamera endlich so knackte, wie sich der Hobbyfotograf das Ergebnis vorgestellt hat, vergingen drei Jahre. Am 21. Januar 2018, sechs Sekunden nach 16 Uhr, war es dann so weit. Licht und Perspektive beim Sonnenuntergang waren genau richtig, die Belichtungszeit stimmte, und der Himmel ließ den Kirchenthumbacher diesmal auch nicht im Stich. Schon mehrmals hat sich der 35-Jährige auf den Weg ins Fichtelgebirge gemacht, um sein Zielfoto zu verwirklichen. Jedes Mal nimmt er dafür eine Stunde Anfahrt und 45 Minuten Wanderung mit Stativ und Kamera zum Gipfel auf sich. Manchmal auch länger, wenn viel Schnee liegt. 972 Meter über dem Meeresspiegel verbringt Brüning dann oft mehrere Stunden. "Da ist der halbe Tag weg", erzählt der Hobbyfotograf.

Großer Aufwand, hohe Erwartungen

Bekommt er sein Zielfoto bei dem Ausflug nicht, ist er schon etwas enttäuscht, denn der Aufwand war groß und die Erwartung an sich selbst hoch. "Es kommt immer darauf an, wie viele Regeln man sich setzt", erklärt er. Soll das Bild zu einer bestimmten Jahreszeit, zu einer bestimmten Uhrzeit und mit bestimmtem Lichteinfall entstehen, ist der Druck groß. "Und die Natur macht eben, was sie will. Es kommt schon vor, dass man ewig wandert, und steht dann im Nebel."

Bilder auf dem Weg zum Ziel

Dafür entstehen oft auf dem Weg zum Ziel schon schöne Bilder - eine kleine Entschädigung für die Anstrengung. Klappt das Zielfoto am Ende auch noch, hat sich der Weg für ihn doppelt gelohnt. Wenn es die Zeit zulässt, macht sich Brüning drei bis vier Mal in der Woche auf die Suche nach geeigneten Motiven, die er oft auch im Internet sieht und dann als Inspiration nimmt. Landschaftsfotografie ist dabei sein Steckenpferd. "Ich bin gerne draußen. Alles ist ruhig, und man kann schön runterkommen vom Stress", erklärt er. Besonders Wasser liebt er zu fotografieren, denn die Spiegelung der Landschaft auf der Oberfläche gefällt ihm.

Durch Zufall zur Fotografie gekommen

Zur Fotografie ist der gelernte Schreiner und heutige Möbelmonteur durch Zufall gekommen. 2010 hat er im Urlaub in Garmisch-Patenkirchen seine Leidenschaft für schöne Fotomotive entdeckt. Seitdem hat er sich viel Fachwissen angeeignet und ausprobiert. Für seine Begleiter könne das schon mal anstrengend werden, wenn sie sich im Urlaubsort umschauen wollten und er sich von einem Motiv nicht so schnell losreißen könne, erzählt er und lacht. Aber die Zeit nimmt sich Brüning, denn ein perfektes Bild braucht eben viel Geduld.

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