13.08.2017 - 20:00 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Kirchenthumbacher Patrozinium an Mariä Himmelfahrt ein Anlass, um Geschichte Revue passieren zu ... Bald 300 Jahre alt

Die Pfarrei feiert am Dienstag, an Mariä Himmelfahrt, Patrozinium. Damit verbunden ist die Kirchweih, die seit Jahrhunderten am Sonntag nach dem Feiertag gefeiert wird. Anlass, um auch die Kirchengeschichte Revue passieren zu lassen.

Die alte Pfarrkirche von Kirchenthumbach, die 1972 der Spitzhacke zum Opfer fiel. Die colorierte Ansichtskarte stammt aus dem Jahre 1916. Zum Patrozinium an Mariä Himmelfahrt beginnt der Festgottesdienst in der Pfarrkirche um 9.30 Uhr. Zu kurz kommt auch die weltliche Feier nicht. Diesen Part übernimmt von Freitag bis Sonntag der Kirwaverein Kirchenthumbach. Archivbild: ü
von Autor ÜProfil

Im Kirchenführer der Pfarrei, den Pfarrer Dr. Benedikt Röder 2013 überarbeitete, ist die Geschichte der Kirche beschrieben. Der in einer Schenkungsurkunde der Gräfin Adelheid vom Ahorberg und Wartburg an das Kloster Michaelsberg bei Bamberg um 1144 erstmals belegte Ort Kirchenthumbach, damals Tumbach, besitzt seit Mitte des 14. Jahrhunderts Marktrechte. Im Jahre 1174 wurde erstmals eine Kirche erwähnt. Im Verzeichnis der Dekanate und Pfarreien des Bistums Regensburg aus dem Jahre 1326 wird Kirchenthumbach als "Decanatus Tumpach" aufgeführt. Aus einem schriftlichen Dokument ist zu entnehmen, dass sich über dem Portal der Pfarrkirche eine Inschrift aus dem Jahre 1345 befand, die besagte, dass unter Dekan Ulrich eine Baumaßnahme getätigt wurde.

Herzog Rudolph II. übernahm das Patronatsrecht für die Pfarrkirche 1348 des Zisterzienserkloster Heilbronn (Diözese Eichstätt). In der Reformationszeit wechselte - entsprechend den Vorgaben der Pfälzer Kurfürsten - die Konfessionszugehörigkeit Kirchenthumbachs mehrmals, bis Kurfürst Maximilian I. von Bayern 1625 die Rekatholisierung der Oberpfalz veranlasste.

Beim Großbrand in Kirchenthumbach 1871 wurde auch die Pfarrkirche schwer beschädigt. Der "neoromanische" Neubau wurde 1875 vollendet. Aufgrund baulicher Schäden und weil die Kirche inzwischen zu klein geworden war, wurde sie 1972 abgerissen. Unter Pfarrer Adolf Schultes wurde die jetzige Pfarrkirche nach den Regensburger Architekten Hans Becker und Josef Lorenz erbaut. Am 8. Oktober 1972 erfolgte die Grundsteinlegung.

Die Konsekration der neuen Pfarrkirche vollzog Bischof Dr. Rudolf Graber am 26. Mai 1974. Markant sind die vier Wasserspiele an den zusammenfallenden Dachschrägen. In der Mitte des Kirchendaches steht ein drei Meter hohes kupfernes Kreuz. Die Innenmauern bestehen aus dezent strukturiert gemauerten Klinkersteinen, die geschlämmt und weiß gefasst wurden. Die Decke ist mit Holz verkleidet. Auf Basis eines kreuzförmigen Grundrisses mit konisch verlaufenden Kreuzarmen wurde ein Zentralraum geschaffen. Der Boden ist aus Jura-Marmor, zum Altar hin mit Gefälle. An der Südseite befindet sich der Sakristeianbau. Die letzte Innenrenovierung fand 1993 statt, 1998 dann die Außensanierung. Im freistehenden Kirchturm mit kupfernem Giebeldach und einer Höhe von 38 Meter hängen vier Stahlglocken der Gießerei "Bochumer Verein" aus dem Jahre 1950: "St. Maria" (Schlagton e'), "St. Josef" (Schlagton g'), St Sebastianus" (Schlagton a") und ein Neuguss aus dem Jahre 1953, "St. Laurentius" (Schlagton c').

Im Zuge der Sanierung des Marktes 2010/2011 wurde der Kirchplatz neu gestaltet. Eine gewaltige Treppenanlage eröffnet sich zum Markt hin. Die Muttergottesstatue an der Westfassade von 1719 soll zum 300-jährigen Jubiläum restauriert werden.

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