Neugestaltung des Kirchenthumbacher Marktplatzes
Gute Stube mit Geschichte

So sah der Marktplatz in Kirchenthumbach 1938 aus. Bilder: ü (3)
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Kirchenthumbach
27.12.2016
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Vor 60 Jahren wurde der Kirchenthumbacher Marktplatz ausgebaut. Weil es keine Satzung für den Straßenausbaubeitrag gab, mussten sich die damaligen Politiker etwas einfallen lassen.

Der Ruf der Bevölkerung nach guten und brauchbaren Straßen und Wegen war schon immer unüberhörbar. Ruhiger wird diese Forderung erst, wenn die Kommune als Baulastträger die Anlieger zur Kasse bittet. Exakt vor 60 Jahren war die Rechtslage eine andere: Es gab keine Satzung. 1955 bis 1956 wurde der Marktplatz ausgebaut und die Nebenanlagen neu gestaltet. Es wurden Stützmauern aus heimischem Kalkstein errichtet und auch Gehwege entlang der Kreisstraße wurden gebaut - und das alles in Zeiten schlechter Kassenlage.

Der Gemeinderat versuchte über den damals noch selbstständigen Landkreis Eschenbach, Zuschüsse vom Freistaat Bayern an Land zu ziehen, was ihm zu Teil auch gelungen ist. Doch das reichte bei weitem nicht aus, um die Kosten zu decken.

Nach dem Motto "Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott", kamen die Räte mit Bürgermeister Hans Schuller und seinem Nachfolger Alois Lotter auf die Idee, eine Art Bausteinaktion ins Leben zu rufen. Es wurden postkartengroße Bons gedruckt, die für eine Mark gekauft werden konnten. Wie viel Geld bei dieser Aktion zusammenkam, ist nicht mehr bekannt. Reich dürfte die Gemeinde nicht geworden sein. Die Gründe: Es herrschte nach wie vor große Arbeitslosigkeit. Die Bezieher von Arbeitslosengeld standen bei der Auszahlung des "Stempelgeldes" vor dem Rathaus bei der Kirche Schlange. Hinzu kam, dass viele junge Männer Kirchenthumbach verließen.

Gestaltet wurde der Marktplatz damals mit Kalksteinen, die aus dem Steinbruch bei Ernstfeld geholt wurden. Ein großer Nachteil war, dass der Stein nicht frostresistent war und schon nach wenigen Jahren anfing zu bröckeln. Vor der Neugestaltung des Marktplatzes wurde die Ortsdurchfahrt gepflastert. Das Granitsteinpflaster stammte aus der Ortschaft Portenreuth (heute Truppenübungsplatz). Die Bauausführung übernahm die Firma Reinwand aus Bayreuth. Vor wenigen Jahren wurde der Marktplatz runderneuert. Mit hohen Zuschüssen aus der Dorferneuerung wurde die gute Stube der Kirchenthumbacher Bürger neu gestaltet.
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