Pater Benedikt zu seinem Abschied:
"Einmalige Chance"

Pater Benedikt Röder. Archivbild: ü
Vermischtes
Kirchenthumbach
09.11.2017
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Wieso verlässt Pater Benedikt die Pfarrei Kirchenthumbach? Seit der Abschied feststeht, gibt es Gerüchte - an den aber nichts dran ist, wie der Pfarrer selbst sagt. Sein neuer Posten sei einfach ein Glücksfall - für ihn und mittelfristig auch für das Kloster Speinshart.

Haben missgünstige Gemeindemitglieder Pfarrer Benedikt Röder vertrieben? "Definitiv nein", sagt der Pater zu den Gerüchten, die in Kirchenthumbach die Runde machen, seit er am 29. Oktober seinen Wechsel als Seelsorger zur Bundespolizei verkündet hat. "Ich habe im Gottesdienst meine Entscheidung begründet." Dieser Erklärung wolle und könne er nichts hinzufügen.

Röder verweist auf zehn Jahre in der Pfarrseelsorge und auf sein Alter. "Da ich die Lebensmitte überschritten habe, möchte ich noch einmal einen ganz anderen Bereich der Seelsorge kennenlernen", schreibt der Prämonstratenser-Pater dazu auch im Pfarrbrief. Vor diesem Hintergrund sei die freie Stelle bei der Bundespolizei beinahe eine einmalige Gelegenheit. "Wer sich eine solche Chance entgehen lässt, dem ist beinahe nicht mehr zu helfen", sagt Röder. Und: "Hätte sich diese Chance nicht ergeben, ich wäre sicher noch fünf Jahre in Kirchenthumbach geblieben." Er habe sich in der Gemeinde wohl gefühlt

Nur zum Start Probleme

Röder gibt zu, dass dies nicht immer so war. "Ja, es gab Probleme." Allerdings seien die längst ausgeräumt. "Das erste Jahr in Kirchenthumbach war schwierig." 2012 folgte Röder auf Pfarrer Konrad Beierl, der zuvor mehr als 30 Jahre die Pfarrei betreute. "Das ist mehr als eine Generation. Und da kommt dann ein Neuer und will ein paar Sachen ändern", beschreibt Röder seine Startbedingungen. Die Schwierigkeiten seien längst überwunden und haben mit der Entscheidung zum Weggang nichts mehr zu tun.

Dieser Entscheidung sei eine längere Findungsphase vorausgegangen in diese sei auch sein Abt eingebunden gewesen. Hermann Josef Kugler stehe hinter der Entscheidung. Tatsächlich hatte Röder erst durch einen Prämonstratenser von der Möglichkeit bei der Bundespolizei erfahren. Pater Gabriel Wolf betreut die Seelsorge bei der Bundespolizei in Südbayern. Sein Arbeitsplatz ist in Deggendorf, er lebt in der Klostergemeinschaft in Windberg. Er habe ihn auf die verwaiste Stelle in Berlin hingewiesen.

"Aufregende Stadt"

Auf das kommende Jahr freue er sich. "Berlin ist natürlich eine aufregende Stadt." Für die Stelle sei er gerade im richtigen Alter. "Die Aufgabe kann niemand übernehmen, der frisch zum Priester geweiht ist. Aber jenseits der 50 fällt es schwer, sich auf etwa ganz Neues einzulassen." Tatsächlich stellt sich Röder darauf ein, viel Neues lernen zu müssen. Ein Beispiel sei der Unterricht bei den Dienstanwärtern in Sachen Ethik. Dazu gebe es kaum Unterlagen, er müsse sich neu einarbeiten. "Ich werde deshalb wohl auch ein Praktikum machen."

Wichtig ist Röder, dass auch die Mitbrüder im Kloster Speinshart hinter seiner Entscheidung stehen. Diese Zustimmung ist aber nicht unbedingt überraschend, denn auch das Kloster dürfte von der neuen Aufgabe für Pater Benedikt mittelfristig profitieren. Schon heute steht fest, dass Röder nach seinem Berliner Jahr ab 2019 nach Bayreuth wechselt um die Bundespolizei in Nordbayern seelsorgerisch zu betreuen. "Dann werde ich wieder in Speinshart wohnen." Als Gemeindepfarrer von Kirchenthumbach war ihm das nicht möglich, die vergangenen fünf Jahre lebte er in Kirchenthumbach, war im Kloster meist nur zu Besuch. "Ich werde künftig also häufiger im Kloster sein." Noch ein Vorteil: Als "Quasi-Beamter" wird er bei der Bundespolizei eine 39-Stunden-Woche von Montag bis Freitag ausfüllen. "Das bedeutet, dass ich am Wochenende in Speinshart helfen kann."
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