25.02.2018 - 20:00 Uhr
Kirchenthumbach

Sagen um das Rittergut Metzenhof In Metzenhof geht's um

Ein Streit, der die Beteiligten bis in den Tod verfolgt. Die Sage um den Schlossherrn zu Metzenhof und einen Müller. Es ist wohl nicht alles wahr, aber auch nicht frei erfunden.

Um das ehemalige Rittergut Metzenhof ranken sich einige Sagen. Dass der Besitzer ein Freimaurer war, gilt allerdings als unwahrscheinlich. Archivbild: Fürk
von Autor ÜProfil

Kirchenthumbach/Metzenhof. Um das Schloss Metzenhof ranken sich mehrere Sagen, die seit Jahrhunderten bei den Einwohnern bekannt sind. Aus den Erzählungen ehemaliger Metzenhofer geht hervor, dass in dem einstigen Rittergut ein Schlossherr gelebt haben soll, dem man nachsagte, er sei ein Freimaurer. Alten Erzählungen zufolge lag dieser Mann wegen eines Grundstücks mit einem Müller in Streit. Der Prozess kam aber zu keinem Abschluss, weil das Recht auf des Müllers Seite war und der Freimaurer sich damit nicht zufrieden gab. Der Müller, der schon betagt war, sagte: "Diesen Streit können wir erst in der anderen Welt ausmachen. Auf dieser Welt haben wir nicht mehr Zeit dazu."

Der Müller starb, und nur wenig später starb auch der Freimaurer. Sein Leichnam wurde im Schloss aufgebahrt, aber niemand traute sich hin. Als die Beerdigungszeit kam, trugen sich außergewöhnliche Dinge zu. Der Sarg wurde auf einen Ochsenkarren geladen. Nach altem Brauch wird "in Gottes Namen" erst nach dem dritten Anfahren weitergefahren. Aber die Ochsen brachten die Last nicht von der Stelle.

Daraufhin wurden zwei Pferde geholt, aber auch sie schafften es nicht. Selbst vier und sechs Pferde, die man nacheinander anspannte, waren nicht imstande, den Wagen vom Fleck zu bringen. Da wurde der Kutscher zornig und fluchte: "Wenn er schon in Gottes Namen nicht geht, dann soll es in drei Teufels Namen gehen." Und alle Leute schauerte es: Denn tatsächlich ging es los wie die wilde Jagd. Und vom Fenster aus sah der Freimaurer zu, wie sein Leichnam weggefahren wurde. Seitdem soll es in Metzenhof umgehen.

Einiges aus der Sage stimmt mit den geschichtlichen Tatsachen überein. Der Streit zwischen dem Rittergutsbesitzer Kotz aus Metzenhof und dem Urgroßvater der heutigen Besitzer der Blechmühle um die Weiher, die früher der Stadt Eschenbach gehörten, ist allgemein bekannt. Zur Beilegung des Streits hatte eines Tages der Kotz den Blechmüller eingeladen, allerdings wurde ein Schriftstück, in dem Müller Schuller auf seine Weiher verzichtete, von diesem in sehr bezechtem Zustand unterschrieben, weshalb er den Vertrag nicht anerkannte.

Kotz starb als Erster. Was den in der Sage angeführten Zwischenfall auf der Fahrt zum Friedhof betrifft, soll der Leichenwagen des Müllers Hof passiert haben. Dieser schaute aus dem Fenster und sagte: "Auf dieser Welt haben wir die Sache nicht ausmachen können, aber ich komme bald nach." Tatsächlich ist der Müller drei Tage später gestorben.

Dass der Kotz ein Freimaurer war, ist eher unwahrscheinlich, denn er hat nachweislich zum Bau der Bergkirche 300 Dachlatten gestiftet. Ein überzeugter Freimaurer hätte so etwas nicht getan. Es kann aber auch Umkehr und Reue gewesen sein. Sein Grabstein befand sich in der Taufkapelle der alten Pfarrkirche, die 1972 der Spitzhacke zum Opfer fiel.

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