Zu hohe Kosten für Straßenausbau
Wieder keine Entscheidung

Die zahlreichen Rohrbrüche in den vergangenen Jahren hinterließen Spuren an den Straßen. Auch die Grundstückseinfahrten und Gehwege - wie hier in der Lindenstraße - sind teilweise betroffen. Bild: dfr
Vermischtes
Kirchenthumbach
10.12.2016
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Deutlich zu sehen sind die Schäden, welche durch die Wasserrohrbrüche verursacht wurden.

Eigentlich sollte in der Marktgemeinderatssitzung das Ingenieurbüro Wolf & Zwick damit beauftragt werden, die Arbeiten in Linden- und Bürgermeister-Prüschenk-Straße sowie den dazugehörigen Stichstraßen auszuschreiben. Doch soweit kam es erst gar nicht. Das Gremium vertagte die Entscheidung bis auf Weiteres.

(dfr) Erneut stand die Sanierung des Straßen- und Wassernetzes auf der Agenda. Nachdem kurzfristig auch die endgültigen Zahlen für die Kosten der Sanierung der Linden- und Bürgermeister-Prüschenk-Straße sowie den dazugehörigen Stichstraßen vorlagen, musste das Gremium entscheiden, ob das Ingenieurbüro mit der Ausschreibung der geplanten Maßnahmen beauftragt wird.

20 000 Euro pro Anwohner

Als Geschäftsstellenleiter Alfred Rauch und Kämmerer Michael Eisner die Kosten für den Straßenausbau vorlegten, wurde so manchem Gremium-Mitglied sichtlich unwohl. Die geplanten Kosten belaufen sich nach Aussagen von Albert Vollath von Wolf & Zwick auf circa 1,7 Millionen Euro. "Auf die anliegenden Grundstücksbesitzer würden circa 1,1 Millionen Euro zukommen und auf die Gemeinde zwischen 600 000 und 700 000 Euro", informierte Alfred Rauch.

Das Gremium war wegen der hohen Summe schockiert. "Ich habe die Gesamtsumme von 1,7 Millionen Euro mal durch die Häuser geteilt, welche betroffen wären. Das wären knapp 20 000 Euro für jeden Grundstücksbesitzer. Das ist nicht in Ordnung. Entweder wir bekommen Zuschüsse her, oder die Straße muss billiger werden", argumentierte dritter Bürgermeister Werner Trenz. Daniel Götz forderte beispielsweise etwas mehr Kreativität bei der Anfrage nach Zuschüssen: "Vielleicht kann man bei der Dorferneuerung noch etwas rausholen, wenn man keinen Standardbrief, sondern etwas kreativer schreibt. Noch ist die Dorferneuerung nicht abgeschlossen."

Bürgermeister Jürgen Kürzinger machte deutlich, dass er alles versuche, um Fördergelder zubekommen. "Ich zapfe an, wo ich kann", betonte er. "Wir sollten uns gemeinsam mit den betroffenen Bürgern an einen Tisch setzen und darüber sprechen, was machbar und leistbar ist. Vorher etwas zu beschließen und hinterher erst reden, ist sinnlos", forderte Winfried Sporrer. Kürzinger machte dem Gremium auch noch einmal deutlich, dass es in Zukunft nicht weniger Baustellen in der Marktgemeinde geben werde. "Wir müssen uns diesen Themen stellen. Es ist 25 Jahre nix gemacht worden. Das ist erst der Anfang, und es wird mit Sicherheit noch mehr werden in den nächsten Jahren", mahnte er.

Günstigere Lösung suchen

Josef Schreglmann sah dies ähnlich. "Wir sollten uns über die Konsequenzen bewusst sein, ob wir einen Vollausbau machen oder nicht. Hinterher gibt es meistens mehr Ärger", meinte der zweite Bürgermeister. Trotz alledem einigte sich das Gremium schließlich darauf, bei zwei Gegenstimmen, die Beauftragung der Ausschreibung erstmal zurückzustellen, um günstigere Lösungen eruieren zu können. Kämmerer Michael Eisner legte den Räten die Gebührenbedarfsrechnung für die Wasserversorgungseinrichtung des Marktes Kirchenthumbach vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2018 vor. Die Gebühr bleibt mit 1,86 Euro je Kubikmeter unverändert.

Ein Erlass einer Änderungssatzung ist somit nicht notwendig. Weitere Tagesordnungspunkte waren die Zustimmung zum Angebot vom Verein "Learning Campus VEZ e.V." aus Trabitz. Einstimmig beschlossen die Räte, 65 Euro pro Kind aus der Gemeinde, das Programme in Anspruch nimmt, zu bezuschussen. Die Zustimmung zur Kostenbeteiligung in Höhe von 6600 Euro zu den Druckkosten für das Buchprojekt "Die Burg der Herren von Thurndorf" wurde ebenfalls bei zwei Gegenstimmen gegeben.
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