Königsteiner Bauerntheater zeigt "Die Wahllumpen"
Auf Stimmenfang

Im Rathaus müssen die Gemeindebürger recht lange warten, bis sie zum Bürgermeister vorgelassen werden. Bilder: wku (2)
Freizeit
Königstein
29.06.2017
60
0

Massen von Zuschauern strömten am Sonntagabend in den Pfarrgarten, um das Königsteiner Bauerntheater zu erleben. "Im Umkreis von zwei Kilometern haben wir alle Stühle zusammen geklaubt", erklärt Regisseur und Theatergründer Günter Seibold. Er freut sich über vier Neulinge in seiner Schauspieler-Truppe.

Das Stück "Die Wahllumpen" von Peter Landstorfer steht in diesen Tagen auf dem Spielplan des Königsteiner Bauerntheaters. Angela Brunner, Johanna Gebhard, Amelie Seibold und Marco Pirner geben dabei ihr Bühnen-Debüt.

Im Vorprogramm agierte der Theaternachwuchs. Als drei Stammtischbrüder tauschten Jannik Renner, Marius Köller und Ben Luber in der Bierdimpfl-Unterhaltung ihre Lebensweisheiten aus. Günter Seibold hatte die Texte selbst geschrieben. Ben Luber spielte dazu zünftige Musik mit seinem Akkordeon.

Im Stück "Die Wahllumpn" ist die Freiluftbühne dreigeteilt. Zum einen ist das Amtszimmer des Bürgermeisters Irlbacher (Hans-Jürgen Pirner) zu sehen, in dem er seine Amtsgeschäfte führt. Und das tut er ohne große Hast. Meist liest er Zeitung, schläft oder lässt sich von seiner Frau (Johanna Gebhard) eine Brotzeit auftischen.

In der Mitte der Bühne befindet sich die Amtsstube des Gemeindebeamten Wimmerl (Jürgen Renner), der sich bei seiner Arbeit sehr viel Zeit lässt. Der Bäuerin Villmayrin (Linda Hirsch) gibt er einen Grenzvermessungs-Besichtigungsantrag zum Ausfüllen. Schließlich gab es den Warteraum zu sehen, in dem viele Gemeindebürger stundenlang darauf warten, ihre Anliegen dem Wimmerl oder dem Bürgermeister vorbringen zu können.

Nur einen stört die Warterei komischerweise nicht, den Bauern Heignmoser (Marco Pirner). Als er von Gustav Stühler gefragt wird: "Die Warterei muss doch eine Qual für Sie sein?" erwiderte er darauf: "Du kennst mei Alte niat!"

Der Preuße Stühler (Simone Zirnbauer) begeistert die Frauen so sehr mit seinen neuen Ideen und Reformen, dass sie ihn als Bürgermeister-Gegenkandidaten aufstellen. Mit dem Plakat "Wählt Stühler und die Gemeinde blüht wüder!" gehen die Frauen mit ihrem Gegenkandidaten unter die Zuschauer und verteilen Wahlzettel.

Auch der amtierende Bürgermeister kommt daraufhin mit Bayernfahne und Volksmusik, um das Publikum um Stimmen für sich zu bitten. Die Wahlurne beacht Feuerwehrhauptmann Alfons Gsodmeier (Günter Seibold). Von beiden Seiten bekommt er Hochprozentiges angeboten - in der Hoffnung, die Wahlurne in der Nacht austauschen zu können, wenn er seinen Rausch ausschläft.

Wie die Wahl ausgeht, erfahren Neugierige am Samstag, 1. Juli, oder am Sonntag, 2. Juli, bei zwei weiteren Vorstellungen, jeweils um 18.30 Uhr im Pfarrgarten. Bei schlechtem Wetter ist der Freitag, 7. Juli, als Ausweichtermin festgesetzt. Reservierungen und Kartenvorverkauf sind noch bei Helga Bernt (09665/3 28) möglich.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.