10.10.2017 - 20:00 Uhr
KönigsteinOberpfalz

"Kirche und Wirtshaus mit Pfiff" in St. Georg und St. Michael Mit Pfiff durch Königstein

Der Reformator Martin Luther und der Ablassprediger Johann Tetzel begleiteten die Besucher von "Kirche und Wirtshaus mit Pfiff". Dieses Mal ging es um die beiden Königsteiner Kirchen.

Richard Pesold führte durch die katholische St. Michaelskirche und stellte den barocken Marienaltar von Johann Michael Doser aus Auerbach mit der gotischen Madonna (im Hintergrund) vor.
von Autor WKUProfil

Martin Luther (Jannik Renner) und Johann Tetzel (Florian Rieger) stellten vier Stationen des Königsteiner Thesenweges zum Reformationsjubiläum vor. Sie stritten sich um den Handel mit Ablassbriefen. Dieser bezwecke nicht die Erlösung aus dem Fegefeuer, sondern es gehe darum, Geld in die päpstlichen Kassen zu spülen zum Bau der Peterskirche in Rom, behauptete Luther. Während dieser auf die Heilige Schrift als Maßstab pochte, verwies Tetzel auf die Vollmacht des Papstes. Ganz erstaunlich war, dass die beiden 14-Jährigen die Texte selbst verfasst hatten.

Bei der Besichtigung der St. Georgskirche wies Pfarrerin Heidi Kurz darauf hin, dass es sich ursprünglich um eine kleine Burgkapelle gehandelt habe. Sie ging auf die Streitigkeiten der beiden Konfessionen während des Simultaneums ein. Interessant sei auch, wo sich die Einrichtung der ehemaligen Simultankirche befinde: Ein Großteil ist im Sulzbacher Stadtmuseum zu sehen. Der Marienaltar wurde nachträglich in der katholischen Michaelskirche an der Altarwand befestigt, wobei das Unterteil als rollender Volksaltar den Katholiken in der Fürnrieder Simultankirche dient.

Kirchenmusiker Thomas Pirner beeindruckte die Teilnehmer mit zwei Stücken auf der Strebel-Orgel. Organist und Kirchenchorleiter Richard Pesold führte danach durch die katholische St. Michaelskirche. "Wie eine Burg ist die Kirche gebaut, was auch der 34 Meter hohe Turm zeigt", erklärte er. Besonderheit seien die Buntglasfenster zu beiden Seiten des Kirchenschiffes. An der Ostseite stellen sie den Kreuzweg dar, an der Westseite zeigen sie Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Als Kostbarkeit ist die gotische Madonna aus dem 15. Jahrhundert anzusehen, sowie das Kruzifix, das von der Breitensteiner Burgkapelle stammt. Teil 2 lesen Sie hier.

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