11.10.2017 - 20:00 Uhr
KönigsteinOberpfalz

"Kirche und Wirtshaus mit Pfiff" macht in Königstein im Hotel-Gasthof zur Post Station "Tawern" heute auf dem Höhepunkt

Ursprünglich war das Hotel-Gasthof zur Post eine Kommunwirtschaft: Der Besitzer braute zu festgelegten Zeiten im Kommunbrauhaus Bier und schenkte es in seiner Wirtstube aus. Bei der Veranstaltung "Kirche und Wirtshaus mit Pfiff" erzählte Wirt Peter Pesold Interessantes über die Geschichte.

Peter Pesold hatte eine kleine Ausstellung mit Bildern und Texten über die Geschichte seines Gasthofes zusammengestellt. Hier ist das Gasthaus in den 1950er Jahren zu sehen. Bild: wku
von Autor WKUProfil

Das Gasthaus entstand bereits im 13. Jahrhundert und ist seit 1882 im Besitz der Familie Pesold. Paul Pesold bemühte sich um das Tafernrecht und durfte fortan Zimmer vermieten und warmes Essen servieren. Deshalb gaben Einheimische diesem Gasthaus den Hausnamen "Tawern". 1906 errichtete Georg Pesold neben der Gaststube eine Postdienststelle, weshalb nun der Name "Gasthof goldenes Lamm" in "Gasthof zur Post" geändert wurde. Hier kam die tägliche Post der Königsteiner per Kutsche an. Deswegen befand sich im Gasthaus auch eine Pferdewechselstation. In der Poststelle war ebenfalls eine "Telephonvermittlungsstelle" installiert. Wiederum eine Generation später eröffnete Sohn Michael Pesold die erste Zweigstelle der damaligen Sparkasse Sulzbach. Geschäftsstellenleiter war der Wirt 36 Jahre lang selbst. Das hatte einen großen Vorteil: Solange das Gasthaus geöffnet war, so lange war es auch die Sparkasse. Wenn die Gäste kein Geld mehr hatten, war dies schnell beschafft. Michael Pesold baute auch einen Saal, in dem viele Feste gefeiert, aber auch Filme gezeigt und heute noch Theaterstücke aufgeführt werden. Da die Wirte noch eine Landwirtschaft betrieben, schlachteten sie selber. So waren ein Schlachthaus und eine Metzgerei mit eingerichtet.

1997 übernahmen das jetzige Wirtspaar Peter und Christine Pesold. Aufschwung brachte 2010 der Aufstieg zum Drei-Sterne-Hotel. In der fünften Generation ist das Gasthaus mittlerweile in Familienbesitz. Die sechste Generation, Peter Pesold jun. hat Koch gelernt. Er wird wohl mal den Familienbetrieb übernehmen. Den lebendigen Vortrag von Peter Pesold umrahmte Ossingermusikant Paul Pesold, der mit seinem Akkordeon den voll besetzten Saal mit bayerischer Volksmusik unterhielt. Teil 1 lesen Sie hier.

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