27.02.2018 - 20:00 Uhr
Königstein

Königsteiner Bauerntheater besteht 40 Jahre Günter Seibold gewinnt Wette

Wer im Königsteiner Bauerntheater mitspielen oder auch nur zuschauen will, muss hart im Nehmen sein. Extra scharf gewürzte Knödel auf der Bühne oder Liegeplätze für die Gäste in der ersten Reihe - alles schon mal da gewesen.

Großen Zulauf verzeichnete das Bauerntheater 2017 bei den Auftritten auf der Freilichtbühne. Bild: wku
von Autor WKUProfil

Angefangen hat alles im Jahr 1978 mit einer Wette. Günter Seibold kündigte seinen ungläubigen Zuhörern an, dass er ein Bauerntheater gründen würde. Noch im selben Jahr warb er um Mitspieler. Er selbst fungierte als Leiter, Regisseur und Schauspieler.

Proben bei eisiger Kälte

Die Startbedingungen waren schwierig. Es gab keinen Proberaum; meist arbeitete das Ensemble im eiskalten Wirtshaussaal an seinen Stücken. Es sei denn, Günter Seibold hatte es geschafft, vorher den Ölofen zu putzen, die zugefrorene Leitung aufzutauen und anzuschüren. Mit dem Bau des neuen Saals im Gasthof Zur Post kehrten dann 1993 wesentlich bessere Bedingungen für das Bauerntheater ein.

Seibold erinnert sich an manche Anekdote. So würzte einmal ein Theatermitglied die Knödel, die er auf der Bühne essen musste, heimlich mit Tabasco. Bei einer anderen Vorstellung unternahm Walter Brunner einen Flug in einem Gestell durch den Zuschauerraum. Zuvor warnte das Ensemble die Zuschauer vor einem möglichen Absturz und verteilte Schutzhelme. Den Zuschauern in der ersten Reihe wurde empfohlen, sich aus Sicherheitsgründen hinzulegen. Sie befolgten alle Anweisungen; nicht ahnend, dass sie auf den Arm genommen wurden.

Einen Höhepunkt erlebte das Bauerntheater vor zehn Jahren. Zum einen wurde im ehemaligen katholischen Pfarrgarten eine Bühne geschaffen, die Aufführungen im Freien möglich machte. Zum anderen erschien zur Feier des 30-jährigen Bestehens "Der verkaufte Großvater" auf dem Spielplan. "Dieses Stück war sehr anspruchsvoll und hat an die Schauspieler große Anforderungen gestellt", erinnert sich Seibold.

Er ist nicht nur der Gründer des Bauerntheaters, sondern seit 40 Jahren auch sein Leiter, Regisseur, Textschreiber und Schauspieler. Viele der Mitglieder sind ebenfalls schon seit Jahrzehnten dabei, Simone Zirnbauer (früher Schneider), Marianne Koch, Michael Merkl und Anneliese Weidner von Beginn an. Seit 35 Jahren übernehmen Rosi Renner das Amt der Souffleuse und Hans-Jürgen Pirner das des Hauptdarstellers. Auf 30 Jahre blicken Gerlinde Merkl, Franz Bernt, Heike Neuberger und Helga Bernt zurück. Momentan sind es zwölf aktive Spieler. Außerhalb der Spielzeiten gestalten sie Hüttenabende am Ossinger oder treten auch bei Geburtstagen oder sonstigen Familienfeiern auf.

Nachwuchs schon am Start

Um den Nachwuchs kümmert sich Günter Seibold ebenfalls. Daher rief er eine Jugendgruppe ins Leben. Diese ist seit ein paar Jahren mit einem besonderen Vorprogramm zu sehen, zum Beispiel mit der "Bierdimpfl-Unterhaltung". Die Texte dafür schreibt Multitalent Seibold selber.

Bürgermeister Hans Koch gehört zu den Gründungsmitgliedern des Bauerntheaters und stand lange mit auf der Bühne, bis sein Bürgermeisterposten ihm nicht mehr genügend Zeit dazu ließ.

Spielplan

"Der bekehrte Hausdrach" steht als nächstes Stück auf dem Spielplan des Königsteiner Bauerntheaters. Aufführungen beginnen am Samstag, 24. März, am Palmsonntag, 25. März sowie an den Ostertagen, 1. und 2. April, um 19.30 Uhr im Saal des Gasthofs Zur Post. Die letzte Vorstellung ist am Samstag, 7. April, um 18 Uhr angesetzt. Die Premiere ist ausverkauft; Karten gibt es noch für den 25. März, 1. und 2. April sowie 7. April.

Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens gibt es am Wochenende 9./10. Juni um 18 Uhr ein besonderes Schmankerl. Eine Theaterparade auf der Freilichtbühne im Pfarrgarten vereint Ausschnitte aus Erfolgsstücken der Vergangenheit und Sketche. (wku)

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