15.11.2017 - 09:28 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Bürger beschwert sich über "Wegelagerermanier" Ärger um Blitzer in Mitteldorf

Die Ortsdurchfahrt von Mitteldorf (Gemeinde Königstein) ist zwar nur rund 200 Meter lang - aber sie scheint es in sich zu haben. Offenbar handelt es sich um eine Strecke, auf der bisweilen viel zu schnell gefahren wird. Genau aus diesem Grund hat die Gemeinde den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz (ZVKVS) beauftragt, in Mitteldorf hin und wieder zu blitzen.

So sehen die Messgeräte aus, die der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz in Mitteldorf aufgebaut hat. Bild: Deichmann
von Uli Piehler Kontakt Profil

Kurze Abstände

Bernd Deichmann aus Königstein gefällt das gar nicht. "Bereits seit Jahren ist mir aufgefallen, dass Geschwindigkeitskontrollen im Markt Königstein fast ausschließlich auf dem Gebiet des Ortsteils Mitteldorf stattfinden", schreibt er in einem Brief an die Redaktion. Das Fass zum Überlaufen habe seiner Ansicht nach vergangene Woche das Aufstellen eines Tempo-Messgerätes "in Wegelagerermanier" auf dem Privatgrundstück eines Königsteiner Bürgers gebracht. Deichmann verweist darauf, dass laut Richtlinien des bayerischen Innenministeriums der Mindestabstand für Blitzer zum Ortsschild 200 Meter betragen müsse. In Mitteldorf sei die ganze Ortsdurchfahrt ja nur 200 Meter lang.

Maximilian Köckritz, Geschäftsstellenleiter beim ZVKVS in Amberg, betont allerdings, dass auch in derart kurzen Ortsdurchfahrten Geschwindigkeitsmessungen rechtens seien. "Das Tempolimit gilt grundsätzlich immer ab Verkehrsschild", sagt er. Das Innenministerium lasse in ergänzenden Weisungen das Abweichen von der 200-Meter-Regel zu. Insbesondere für den Fall, dass die Ortsdurchfahrten kürzer seien. "Sonst könnte dort ja nie die Geschwindigkeit kontrolliert werden."

In Mitteldorf kämen außerdem besondere Umstände hinzu. Fußgänger müssten einseitige Gehwege benutzen, eine Bushaltestelle befinde sich in der Nähe und landwirtschaftlicher Verkehr nutze die Straße. Der ZVKVS hatte seinen Blitzer bisher drei Mal in Mitteldorf aufgebaut. Von 457 Fahrzeugen hätten 52 das erlaubte Tempo überschritten - eine überdurchschnittliche Quote von 12 Prozent. Deichmann hatte in seinem Brief an die Redaktion einen anderen Blitzer-Standort vorgeschlagen: Die Tempo-30-Zone in der Neuhauser Straße, wo die Situation für Fußgänger wesentlich gefährlicher sei. Es gebe dort keinen Fußgängerüberweg. Die Fahrzeuge, insbesondere der Schwerlastverkehr, führen regelmäßig mit einem Abstand von weniger als einem Meter an den Fußgängern vorbei.

Bürger schlagen vor

Der ZVKVS kontrolliert im Auftrag der Kommune. Bürgermeister Hans Koch betont, dass die Gemeinde die Messstelle in Mitteldorf bewusst ausgesucht habe, weil dort einfach zu schnell gefahren werde. "In der Regel orientieren wir uns bei der Auswahl der Standorte an den Vorschlägen der Bürger", erklärt er. Außerdem seien die Messpunkte mit der Polizei abgestimmt. Auch die Neuhauser Straße sei als Blitzer-Standort vorgesehen, erläuterte Koch. "Aber wir haben erstmal die Prioritäten anders gesetzt."

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