Drückjagd auf Schwarzwild
Schweine-Glück für 65 Jäger

Ein beeindruckendes Bild bot der Jagdstrecken-Platz am Abend: 61 Sauen lagen dort, eine wertvolle und wichtige Jagdbeute. Bild: hfz
Vermischtes
Königstein
09.12.2016
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Sie sind seit einiger Zeit das größte Problem der Jäger: Wildschweine vermehren sich stark, weil sie, auch durch verstärkten Maisanbau, viel Futter vorfinden. Die Schwarzkittel sind schwer zu bejagen, aber Profis wissen sich zu helfen: Im Truppenübungsplatz-Revier Hannesreuth ging es den wilden Schweinen an die Schwarte. Mit enormem Erfolg, wie sich herausstellte.

Hannesreuth. Bejagungsschwerpunkt Schwarzwild - unter diesem Motto richtete der Bundesforstbetrieb Grafenwöhr eine großangelegte Drückjagd im Forstrevier Hannesreuth im Truppenübungsplatz Grafenwöhr aus. Ziel dieser Jagd sei, so Forstdirektor Ulrich Maushake bei der Begrüßung der Waidmänner, durch einen möglichst hohen Eingriff in den Bestand das Anwachsen der Wildschweinpopulation zu limitieren. "Damit wollen wir die an den Truppenübungsplatz angrenzenden Reviere bei der Wildschadensproblematik entlasten."

Der zuständige und mit der Durchführung betraute Revierleiter, Forstamtmann Harald Lammerich aus Hannesreuth, teilte dazu 65 Schützen, 25 Treiber, 20 Hundeführer mit zum Stöbern eingesetzten Hunden sowie sechs Nachsuchenführer mit ihren Schweißhunden ein. Bejagt wurde eine Fläche von rund 1000 Hektar Mischwald mit hohem Laubholzanteil. Wegen der momentan in diesem Forstrevier reichlich vorhandenen Bucheckern, wahre Leckerbissen für die Sauen, beurteilte er die Erfolgsaussichten für diese Jagd als recht günstig - er sollte am Ende Recht behalten.

Reibungsloser Verlauf

Zur Vorbereitung hatte der Bundesforst den Leitern der Jungjäger-Ausbildungskurse in den Kreisgruppen Amberg und Sulzbach-Rosenberg, Dr. Günther Baumer und Harry Vogel, angeboten, Einblick in seine Schwarzwildbewirtschaftung zu geben. Die Ausbildung der Lehrgangsteilnehmer im Fach "Wildbrethygiene am praktischen Objekt" war damit ein weiteres Ziel dieses Jagdtages.

Die Jagd selbst verlief reibungslos und lebhaft, mit vielen Gelegenheiten zum Schuss für die Jäger an ihren Ständen. Sie bewiesen ihr Können, denn nachmittags am Streckenplatz durfte sich jedermann vom Erfolg überzeugen: Neben anderem Wild hatten die Waidmänner 61 Stück Schwarzwild erlegt, davon auch 20 sogenannte "Überläuferbachen".

Wirksamer Beitrag

Diese Stücke hätten im Frühjahr schon zur "reproduzierenden Klasse" gehört, also mit durchschnittlich jeweils fünf Frischlingen für weiteres Anwachsen der Population gesorgt. "Damit wurde innerhalb der gesetzlichen Vorgaben ein wirksamer Beitrag geleistet, um Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen zu reduzieren", bilanzierte der Forstdirektor.

AusbildungAuch die künftige Jäger-Generation profitierte: Die von kundiger Hand gezeigte richtige Behandlung des erlegten Wildes, dessen Wildbret mit zu den schmackhaftesten und wertvollsten Lebensmitteln gehört, beeindruckte die Lehrgangsteilnehmer. Und auf dem Schwarzwild-Sektor wird es zumindest um Hannesreuth nun etwas ruhiger werden. (ge)
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