Fusion mit Neukirchen eine Alternative zum lang erwarteten Schützenheim
Geduldsfaden droht zu reißen

Die Geduld der Schützengesellschaft Tell Königstein wird auf eine harte Probe gestellt. Sie hofft auf eine baldige Sanierung der Stadelreihe, um endlich wieder im eigenen Vereinsheim unterzukommen. Bilder: wku (2)
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Königstein
10.01.2018
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Reinhold Ertl (Mitte) wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Links Gauschützenmeister Dietmar Beyer, rechts Schützenmeister Christian Kopp.

Bei den Königsteiner Tell-Schützen wächst der Frust. Wann die Stadelreihe saniert wird, wo ihr neues Zuhause entstehen soll, ist noch nicht klar. Derzeit schießen sie bei den Nachbarn in Neukirchen. Vielleicht bleiben sie auf Dauer dort.

"Seit zwei Jahren sind wir ohne Heimat, seit vier Jahren planen wir ein neues Schützenheim - bisher leider ohne Ergebnis." Schützenmeister Christian Kopp war deutlich anzumerken, wie frustriert er ist. Im Mai 2017 hatte er gehört, dass der langersehnte Förderbescheid für die Sanierung der Stadelreihe vorliege. Dort soll das Schützenheim seinen neuen Platz finden.

Allerdings hatte er sich zu früh gefreut, denn es stand noch ein weiterer Bescheid des Landesamtes für Denkmalpflege aus. Ohne ihn durfte die Renovierung nicht begonnen werden. Kopp hoffte, dass es Mitte des Jahres endlich losgeht. "Ansonsten schlage ich vor, das Projekt Stadelreihe für unseren Verein aufzugeben und mit der Schützengesellschaft 1912 Neukirchen zum 1. Januar 2019 zu fusionieren", erklärte er.

Die Möglichkeit zu diesem Zusammenschluss wolle er schon jetzt vorbereiten und bat die Mitglieder, ihm die Befugnis zu Gesprächen mit den Nachbarn zu geben. Mitglied Hans Koch sah diesen Schritt als verfrüht und voreilig an. "Eine solche Fusion hat enorme Auswirkungen auf den Verein", gab er zu bedenken. Alle Mitglieder hätten zuvor ausführlich informiert werden müssen. Nach längerer Diskussion gab die Versammlung in geheimer Wahl grünes für Verhandlungen, die Schützenvereine Königstein und Neukirchen zu verschmelzen.

In seinem Jahresrückblick erinnerte Schützenmeister Kopp an das nach langen Jahren wiederbelebte Zimmerstutzenschießen. Bei der Gaumeisterschaft in Rosenberg erzielte die Luftpistolenmannschaft einmal mehr ein sehr gutes Ergebnis. Ein neues Jugendgewehr wurde angeschafft. Außerdem polierte der Verein seinen Schaukasten auf und verlegte ihn an einen besseren Standort am Marktplatz. Derzeit zählt Tell Königstein 94 Mitglieder.

Augenblicklich trainiert Jugendleiterin Martina Baumeister mit neun Jugendlichen. Sie seien im Schützenheim in Neukirchen schon sehr gut integriert. Der Spickerstand am Marktfest betreuten die Jugendlichen fast allein, worauf sie sehr stolz sei. Spaß machte den Jugendlichen das Hüttenwochenende am Knappenberg sowie das Glaskugelschießen.

In seinem Grußwort klärte Bürgermeister Hans Koch die Mitglieder über Einzelheiten der Sanierung der Stadelreihe auf. 675 000 Euro seien aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) fest zugesagt. Die Kosten beliefen sich wegen der Mehrausgaben für den Denkmalschutz auf 900 000 Euro. Weitere Zuschüsse von 130 000 Euro müssten aber erst vom Landesamt für Denkmalpflege, von der Bayerischen Denkmalschutzstiftung und vom Bezirk Oberpfalz genehmigt werden. "Leider zieht sich die Bewilligung der Anträge in die Länge", bedauerte der Bürgermeister. Er hoffe, dass die Bauarbeiten heuer beginnen.

Geehrt wurde für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit Reinhold Ertl. Ebenso lange ist Frieda Herbst Mitglied der Tell-Schützen. Sie war jedoch nicht anwesend.
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