07.11.2017 - 20:00 Uhr
KohlbergOberpfalz

"Beer-Walbrunn-Tage": Zweite Veranstaltung zusammen mit einem kirchenmusikalischen Gottesdienst ...: Gelungener Zusammenklang

Warum nicht einmal einen Gottesdienst und dein Konzert zusammen gestalten? Diese außergewöhnliche Idee wird bei den Beer-Walbrunn-Tagen in Kohlberg Wirklichkeit. Dabei umrahmen Werke von Anton Beer-Walbrunn und Max Reger umrahmen den besonderen Gottesdienst am Sonntag in der Nikolauskirche. Sie erreichen, dass die religiösen Handlungen und Aussagen noch intensiver auf die Kirchenbesucher einwirken.

Die Musiker Angelika Huber, Lauriane Follonier, Gerhard Urban, Hanns-Friedrich Kaiser und Vorsitzender Pfarrer Martin Valeske gestalteten den musikalischen Gottesdienst zu den Beer-Walbrunn-Tagen in Kohlberg. Bild: Tietz
von Reinhold TietzProfil

Ruhige Hymne

Einleitend ertönt die "Orgelfuge über ein gregorianisches Thema C-Dur" op 29/2 von Anton Beer-Walbrunn. Hanns-Friedrich Kaiser gelingt es, dieses kolossale Werk als Beginn einer religiösen Verbundenheit vorzuführen. Dann erklingt "Sonntagsfrühe" op 27/5 nach Worten von Robert Reinick, eine Hymne von Beer-Walbrunn in ruhiger Stimmung, die von Angelika Huber mit klangvoller Stimme, von Lauriane Follonier in einfühlsamer Klavierbegleitung, gestaltet wird. Pfarrer Martin Valeske, Vorsitzender des Anton Beer-Walbrunn-Kunst- und Kulturvereins Kohlberg liest aus dem Kolosserbrief eine Mahnung zum Frieden aller Christen untereinander. Es folgt "So komme, was da kommen mag" op 27/4 (Storm), ein kurzer eindringlicher Gesang über angemessenes Verhalten von Menschen. Nach weiterer Lesung, diesmal aus dem Johannes-Evangelium über Freude und Liebe, singen alle das Kirchenlied "Wir glauben Gott im höchsten Thron". Dann spielen Gerhard Urban (Violine) und Lauriane Follonier die "Sonate für Violine und Klavier h-moll" op 33/5 von Anton Beer-Walbrunn. Die Violinstimme stammt von Evaristo Felice Dall'Abaco, das dazugehörige Basso-Continuo hat Beer-Walbrunn zu einer Klavierstimme erweitert. Einem tiefsinnigen Andante folgt ein superschnelles Presto.

Bischof hält Predigt

Kontrast dazu bildet das feierliche Adagio, dem sich wiederum ein sehr rasches Allegro assai anschließt. Die Violine von Gerhard Urban erklingt in vollen Tönen, das Klavier von Lauriane Follonier begleitet einfühlsam.

Die Pianistin gestaltet auch das nächste Werk, die "4 Variationen über den Choral - Wie schön leuchtet der Morgenstern" von Beer-Walbrunn mitreißend.

Genau diese Aussage vertieft Regionalbischof Hans-Martin Weiss in seiner Predigt. Er weist auf die tiefere Bedeutung des gleichnamigen Kirchenliedes hin, in dem die himmlische Welt für die Menschen glaubhaft erscheinen soll und damit der Wert menschlichen Daseins erfasst ist. Die Gottesdienstbesucher singen danach die acht Strophen. Es folgt das Lied "An die Melancholie" op 24/2 (Lenau). In ihm erscheint die Atmosphäre nicht negativ, sondern als Stärkung in schwierigen Zeiten. Dementsprechend wird die Stimmung nach melancholischer Ausgangslage gefestigt. Zum Abschluss erklingt das mächtige Werk des Schlusses: "Lobe den Herren" op 67/24, ein grandioses aber recht kurzes Orgelstück von Max Reger.

 

 

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