16.03.2018 - 20:00 Uhr
Kohlberg

Brenzlige Situation an Kohlberger Brennpunkten hat jetzt teure Konsequenzen "Lätschn" kassieren

Nein, der Kohlberger Ortsteil wird nicht in "Artesgrün an der Rennbahn" umbenannt. Aber die dortige Situation stößt den Markträten sauer auf. Viel zu viele Fahrzeuglenker sind, teils erheblich zu schnell, in beiden Richtungen durch die Ortschaft unterwegs. Das zeigen jüngste Messungen über sechs Wochen.

Alle Schilder nützen nichts. Auch am südlichen Ende von Kohlberg kommen viele Fahrzeuge zu schnell in den Markt, wie Messungen belegen. Innerorts sind fünfzig Sachen das höchste der Gefühle, es sei denn, man will den Geldbeutel ganz weit öffnen. Bild: jml
von Autor JMLProfil

Artesgrün. Der Kasten mit dem Smiley und der Kilometerangabe erfasste dabei in 24 Stunden 3745 Fahrzeuge. 881 Fahrer (knapp 24 Prozent) hielten sich an das innerorts vorgeschriebene Tempo von 50 Stundenkilometer. 2285 Verkehrsteilnehmer, (61 Prozent) waren bis zu 20 Stundenkilometer über dem Limit und 538 (14 Prozent) bretterten mit bis zu 90 Sachen durch den Ort. Über 100 Stundenkilometer schnell waren 41 Fahrzeuge. Die beiden Spitzenreiter brachten es auf 113 bzw. 117 auf dem Tacho. Bei diesen Werten lächelt auch der gutmütigste Smiley oder Artesgrüner nicht mehr

Im Interesse der Anwohner befürworteten die Märkträte nun die Übertragung der Verfolgung und Ahndung von Verkehrsordnungswidrigkeiten an den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz. Im Klartext: Demnächst wird sowohl der ruhende als auch der fließende Verkehr durch diesen Verband überwacht. Deren Angestellte sind berechtigt, sowohl Knöllchen als auch Bußgeldbescheide zu veranlassen.

Bürgermeister Rudolf Götz: "Da soll kein Geld damit erzielt werden, sondern die Überwachung ist als erzieherische Maßnahme gedacht." Marktrat Reinhard Ponitz: "Wir werden da wohl draufzahlen, aber die Sicherheit unserer Bürger hat Vorrang!"

Die Einnahmen aus Bußgeldern fließen nach Abzug der Überwachungskosten an die Kommune. "Heiße Punkte" im Marktgebiet sind neben der Ortsdurchfahrt Artesgrün auch die Eingänge südlich und nördlich von Kohlberg, fast der gesamte Röthenbacher Bereich und die Hannersgrüner Ortsgrenzen. Gut möglich also, dass notorische Schnellfahrer künftig einen böse schauenden Smiley sehen und bald darauf selbst eine "Lätschn" ziehen, wenn Post aus Flensburg kommt, mutmaßten die Markträte. Umfang, Dauer, Intensität und weitere Punkte der Abwicklung mit dem Zweckverband werden noch vereinbart. Bei Verstößen gegen Parkverbote können bestimmte Straßen von Kontrollen ausgeschlossen und auch mal zuerst eine "gelbe Karte" statt dem Ordnungswidrigkeitsbescheid unter das Wischerblatt geklemmt werden. Die Markträte wollen auf keinen Fall in den Verdacht geraten, die Bürger womöglich abzocken zu wollen.

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