CSU im Dialog mit Hannersgrüner Bürgern
Kein Geld und Konzept für alte Schule

Politik
Kohlberg
02.03.2018
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Gemeinsamer Bauhof, die Sorge um die alte Schule, Baumfällungen - viele heiße Eisen der Kommunalpolitik kommen bei der CSU im Dialog auf den Tisch.

Hannersgrün. Das Angebot des Ortsvereins unter der Leitung des Vorsitzenden Gerhard List holte zwei Dutzend Zuhörer ins Feuerwehrhaus. Bürgermeister Rudolf Götz und sechs Markträte verschiedener Fraktionen diskutierten überwiegend lokale Themen und nahmen dafür mehrere gute Ideen für zukünftige Entscheidungen mit nach Hause.

"Aha, der Landtagswahlkampf droht", kommentierte ein Teilnehmer, aber die drei vorgesehenen CSU-Termine waren schon im vergangenen Herbst in der Planung, betonten die Organisatoren. "Damit wollen wir die Politik näher zu den Bürgern bringen und sie in die Meinungsbildung einbeziehen", informierte der Vorsitzende. Viel Diskussionsbedarf bestand bei den Besuchern zur bevorstehenden Zusammenlegung der Bauhöfe Kohlberg und Weiherhammer. Damit verbunden ist die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Beschäftigung je eines separaten Baum-, Wasser- und Abwassersachverständigen.

Etzenricht sperrt sich

"Das können wir alleine nie leisten. Unser Bauhof hat in der jetzigen Form keine Zukunft", sagten Bürgermeister Rudolf Götz und List unisono. In der Vergangenheit habe es bei den Gesprächen in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) einige Irritationen gegeben, doch jetzt sei man im persönlichen Kontakt mit den Weiherhammerer Gemeinderäten auf einem guten Weg. Die Qualität der Arbeiten soll sich verbessern, die Kosten jedoch sinken. Etzenricht, die dritte VG-Kommune sperre sich aber noch gegen die Vorteile der zentralen Steuerung der Arbeitsabläufe in der geplanten Kommunal-GmbH.

Engagierte Meinungen gab es von den Praktikern unter den Besuchern über Bäume in den Ortsteilen. "So ein Stamm gehört in den Wald und nicht an den Straßengraben", wurde Altbürgermeister Alfred Krauß zitiert. Aufgeworfen wurde da die Frage, ob bei erforderlichen Fällungen eine Nachpflanzung erfolgt. Amüsant ein Beruhigungsversuch: "Hängt euch nicht an jedem Baum auf" und die Antwort: "Ich kann mich doch nur einmal aufhängen."

List meinte, "man muss der Natur ihren Raum lassen, da wo es sinnvoll ist". Für viele Anwesende neu war seine Ankündigung, dass die Vorgespräche über ein Gewerbegebiet schon weit gediehen seien. Der erforderliche Flächenausgleich soll naturverträglich erfolgen. "Wir schaffen das, damit die Gemeinde auch da eine Zukunft hat." Für das "Little-Gewerbegebiet", so Götz, wäre die Ansiedlung kleinerer Unternehmen ideal. Die im 2018er Haushalt angesetzten Gewerbesteuereinnahmen der Kommune stellen das Marktoberhaupt nicht zufrieden. Götz: "Wir sind da bis jetzt mehr eine Schlafstätte." Ein Marktrat sah es aber positiv: "Wir liegen zwar an der Grenze unseres Landkreises, aber eigentlich auch wieder zentral zwischen Amberg und Neustadt." Allerdings sei die Kreisgrenze für Kohlberg ein Hemmnis, um zum Beispiel Lehrlinge für ein Unternehmen zu bekommen.

Teure Sanierung

Den Bürgermeister drücken die laufenden Kosten der leerstehenden Schule: "Die Mieteinnahmen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein", klagte er. Das sei ein Brandherd, der schnell gelöscht werden müsse. Die Sanierung koste sehr viel Geld und ein Nutzungskonzept habe man auch noch nicht. "Wir können das Gebäude unmöglich wegreißen, weil das Feuerwehrhaus dranhängt." Ein Neubau würde etwa zwei Millionen Euro kosten, Fördermittel seien in der Rechnung eingeschlossen.

Bei unklaren Grenzverläufen können laut dem Bürgermeister eventuell bald auch die GPS-Daten der Kommune durch Privatpersonen genutzt werden. Dem anzulegenden Straßenkataster wird eine Prioritätenliste für Sanierungen angegliedert sein. Die Ausbesserung des Stückes zwischen dem Dreiländer-Eck und der Ortsgrenze in Richtung Luhe-Wildenau werde demnächst erfolgen, auch wenn der Nachbarort da nicht mitziehe. Für den in diesem Jahr nicht so sehr beanspruchten Winterdienst gebe es eine Prioritätenliste, welche Strecken vorrangig geräumt werden müssen.

CSU-Vorsitzender List: "Kohlberg ist es wert, dass man sich für den Ort einsetzt." Er bat die Bürger, sich für Ehrenämter zur Verfügung zu stellen. Wichtig sei, offen miteinander zu diskutieren, Fragen aufzunehmen und gemeinsam Lösungen zu suchen.

Dazu diente diese Veranstaltungen mit sehr diskutierfreudigen Besuchern. Oder wie es ein Teilnehmer formulierte: "Mit'm Redn kummer d'Leit zamm." Für Kohlberg und Röthenbach sind zwei weitere Termine angesetzt. Fortgesetzt wird der Bürgerdialog am 18. März im Kohlberger Gasthof Frieser und am 15. April im Gasthaus Bauer in Röthenbach.
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