24.02.2017 - 20:10 Uhr
KohlbergOberpfalz

Vandlismus, wohnerklagen, kein Träger: Marktrat macht Jugendtreff dicht

Das alte Feuerwehrhaus nahe der katholischen Kirche hat als Jugendtreff ausgedient. Darauf einigte sich der Marktrat. Zur Begründung hat er gleich mehrere Argumente parat.

Tür zu, heißt es ab sofort für das alte Feuerwehrhaus. Die Nutzung als Jugendheim ist laut Beschluss des Gemeinderates Vergangenheit. Bild: war
von Autor WARProfil

Hauptgründe sind die fehlende verantwortliche Trägerschaft, der Zustand in den Räumen, die zum Teil nur mehr für Privatfeten - auch von Auswärtigen, - dienten sowie zunehmende Anwohnerbeschwerden. Ende Januar hatte Pfarrer Adam Nieciecki zudem schriftlich mitgeteilt, dass sich die katholische Kirchenstiftung aus der Nutzungsvereinbarung für die Landjugend zurückziehe.

Die Kirche hatte nicht nur die Hälfte der keramischen Heizplatten finanziert, sondern nach Auskunft von Kirchenpfleger Leonhard Steinsdörfer auch rund 1000 Euro Heizkosten im Jahr beglichen. Der ehemalige Pfarrer Andreas Schlagenhaufer hatte sich bis zur Pensionierung für das Jugendheim stark gemacht.

Inzwischen habe sich die Situation verschlechtertändert. "Seit etwa fünf Jahren hat sich die KLJB nicht mehr organisiert, es fanden keine Wahlen mehr statt", stellte Bürgermeister Rudolf Götz fest. "So geht es nicht weiter", eröffnete er die Diskussion und zeigte Bilder von einem Ortstermin. Sie dokumentieren Müll und Vandalismus.

"Wir sollten im Sinne der Anlieger einen Strich ziehen", meinte auch Norbert Merkel. Gerhard List sprach von "missbrauchtem Vertrauen" und Adrian Blödt ergänzte: "Nicht ohne festen Träger."

Wie geht es weiter? Diese Frage beantwortete der Bürgermeister mit dem Vorschlag, neu organisierten Jugendlichen aus der Gemeinde Räume in der ehemaligen Schule mit Toiletten und Sicherheitseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. "Wenn sich wieder eine KLJB mit fixen Ansprechpartnern formiert, werden wir darüber nachdenken." Nachdenken war auch ein Stichwort von Blödt zum Thema. Er schlägt vor, das ungenutzte Gebäude zu verkaufen.

Kein weiteres Baugebiet

Götz legte außerdem den geänderten Flächennutzungsplan für Weißenbrunn und Artesgrün vor. "Das Landratsamt lehnt eine weitere Wohnbebauung ab, weil die bestehende Infrastruktur darauf nicht ausgelegt wäre", sagte er zu Weißenbrunn. Und zu Artesgrün: "Die Fläche wurde verkleinert, die Veränderungen auf der vorliegenden Karte vollzogen." Adrian Blödt hätte sich eine abgerundete Fläche gewünscht, ihn stört die zackige Eingrenzung. Ohne die selbst betroffenen Markträte nahm das Gremium den Beschlussvorschlag mit 9:0 an. Mit 11:1 wurde die "Eilentscheidung wegen Dringlichkeit" bestätigt, die der Bürgermeister bei der Bachverrohrung am Lohbach mit der Auftragsvergabe an die Baufirma Kraus aus Mantel vollzogen hatte.

Keine Einwände gab es gegen die Änderung der geplanten Biogasanlage der Firma Lehner in Hannersgrün. Christian Lehner erklärte als Marktrat und Unternehmer das Verfahren: "Unser Ziel ist es, nicht mehr rund um die Uhr, sondern orientiert an der Nachfrage zu produzieren." Mit anderen Worten: tagsüber 150 Prozent Leistung, in der Nacht nur 50. So werde nicht mehr als benötigt produziert, ein weiteres Lager sei dafür notwendig und sei Gegenstand der Planung. Als Auflage ist festgeschrieben, dass die überwiegende Herkunft der Biomasse aus dem Basisbetrieb oder aus nahen Betrieben nachgewiesen wird.

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