100 Jahre Herz-Jesu-Kirche
Wo liegt der Grundstein?

Vermischtes
Kohlberg
14.12.2016
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Fast auf den Tag genau vor einem Jahrhundert, mitten im Ersten Weltkrieg, wurde in der Kirche Herz-Jesu der erste Gottesdienst gefeiert. Anlass für Leonhard Steinsdörfer und Irmgard List zurückzublicken.

Der Kirchenpfleger und die Sprecherin des Pfarrgemeinderats bedienten sich bei ihrer Rückschau aus den Recherchen und Aufzeichnungen von Andreas Schlagenhaufer, früherer Pfarrer. "Es war ein Sonntag, genau der 10. Dezember, als die neu gebaute Kirche benediziert und zum ersten Mal für einen Gottesdienst genutzt wurde", sagte Steinsdörfer beim Gottesdienst am dritten Advent. Von der Überlegung, ein eigenes Gotteshaus für Katholiken zu bauen bis zur Einweihung waren 35 Jahre vergangen.

Eigene Kirche

1899 schickte Bischof Ignatius von Senestrey den jungen Priester Joseph Heindl nach Kohlberg. Dieser sollte das Simultaneum mit den evangelischen Christen aufheben und einen eigenen Kirchenbau initiieren. Fast 250 Jahre hatten die beiden Konfessionen gemeinsam die Nikolauskirche für ihre Gottesdienste genutzt.

Nach 15 Jahren war es soweit: Am 20. September 1914 wurde der Grundstein gelegt. Eineinhalb Jahre wurde an dem Gebäude gearbeitet, bis der Rohbau im Dezember 1916 das erste Mal für einen Gottesdienst genutzt wurde. Weitere 20 Jahre dauerte es, bis der Innenraum ausgemalt und ausgestattet war und das Aussehen erhielt, wie es die Kirchenbesucher heute kennen. Die Weihe vollzog Bischof Michael Buchberger am 11. August 1934.

Im Redebeitrag mit dem Motto "der Blick zurück auf 1916" zitierten List und Steinsdörfer aus der damaligen Tageszeitung "Oberpfälzer Kurier". Am 5. Dezember 1916 war darin das große Ereignis nachzulesen: "Einen schon seit langen Jahren ersehnten Freudentag wird die katholische Pfarrei am Sonntag, 10. Dezember, begehen, nämlich die Konsekration der neuerbauten Herz-Jesu-Kirche. Früh um 6 Uhr und um 8 Uhr sind heilige Ämter und um 10 Uhr geht von der alten Kirche aus eine feierliche Prozession mit dem Allerheiligsten in die neue Kirche, woselbst dann nach vorangegangener Weiher das feierliche Hochamt stattfindet ..." Das Blatt druckte natürlich auch einen Nachbericht.

Steinsdörfer beschrieb, wie die Kirche damals aussah: Die Kirche war verputzt und laut Überlieferung mit einem grau-weißem Anstrich versehen. Die Wände ohne Farbe, Ornamente und Deckengemälde. Auch die Kreuzwegbilder fehlten sowie Kanzel und Orgel. "Das Aussehen glich einem etwas besseren Rohbau", so die Einschätzung. Am Ende des Vortrags ging es um die Grundsteinlegung. Johann Fischer und Ludwig Wildner, inzwischen verstorben, waren als Ministranten dabei. Jahre später gefragt, wo der Grundstein der Kirche liege, waren sie sich uneins: am Seiteneingang oder an der Tür zum Turm. Die Lage des Steins bleibt unbekannt. Bekannt sei nur der Text der Urkunde, die mit Grundstein vergraben wurde.
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