Burschenverein Concordia stellt seit 40 Jahren in Konnersreuth den Maibaum auf
Nach altem Brauch und Väter Sitte

Lokales
Konnersreuth
01.05.2013
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Das Wetter meinte es nicht gut mit den Burschen der Concordia, die wir heuer stellvertretend für all die anderen Maibaumaufsteller im Stiftland begleitet haben. Dauerregen erschwerte die Arbeit. Knapp drei Stunden lang zog sich die Prozedur hin, bis endlich das 30 Meter lange Frühlingssymbol stand.

Geholt wurde die Fichte bereits am 13. April, erzählte "Kommandeur" und Vorsitzender Sebastian "Sebi" Dietz. Der Baum wurde freundlicherweise gestiftet und aus den Staatsforsten geholt, selbstverständlich mit deren Zustimmung. Zwischenzeitlich wurde der Stamm geschält und erhielt einen weißblauen Anstrich.

Gelagert wurde der stattliche Baum an einen geheimen Ort. Und den wollte uns Dietz auch am Dienstagabend noch nicht verraten. In den vergangenen Tagen banden die Burschen Kränze und Girlanden, schließlich soll der Maibaum für die kommenden Wochen die Zierde am Therese-Neumann-Platz.

Am Nachmittag wurde der Maibaum vorgefahren, musste noch die Spitze angeschraubt werden. Drei Stunden später startete schließlich die große Muskelaktion. Wobei anfangs aus Sicherheitsgründen ein Lader helfend zur Seite stand. "Wir brauchen schon etwa 35 Helfer, die tatkräftig anpacken", so Dietz. Heuer sind es genau 40 Jahre, dass die Concordia den Maibaum im Schatten der Pfarrkirche St. Laurentius und des Resl-Hauses aufstellen. Im kommenden Jahr feiern die Burschen ihren 125. Geburtstag. Tradition und Brauchtumspflege nehmen da einen großen Platz ein.
"Auf Zugleich schieben alle an." Während Dietz lautstark seine Mannschaft kommandierte, dirigierte Josef Lang an der Rutsche, wenn der sich Stamm etwas zu weit nach links oder rechts zu drehen drohte. Überhaupt ist die betonierte Rutsche eine große Erleichterung. Früher musste erst eigens ein Erdloch ausgehoben werden.

Wenn andere arbeiten, wird gerne zugeschaut. Immer mehr Zaungäste fanden sich ein, um die Burschen bei einem frischen Glas Bier bei ihrer schweißtreibenden Arbeit zu beobachten. Der Regen war nicht ohne. Schließlich kann so eine Schwalbe an einem nassen Stamm schnell mal abrutschen.

Nach und nach wuchs der Maibaum in die Höhe, bis er schließlich fest in seiner Rutsche stand. Schnell noch richtig verkeilt, dann konnten schon die Zunftschilder der ehemaligen und aktuellen Konnersreuther Handwerksbetriebe angebracht werden. Und noch eins ist dabei. "Das hat mein Opa Konrad Günthner gemalt", las Dietz voller Stolz den Spruch: "Der Maibaum ziert des Marktes Mitte. Nach altem Brauch und Väter Sitte. Er zeigt der Heimat einig Band, im Sinnbild hier von jedem Stand. Der Baum hoch in den Himmel schau, in seinen Farben weiß und blau."
Mittlerweile war die Dämmerung angebrochen. Es wurde Zeit, dass die Arbeiten ihren Abschluss finden. Schließlich wollten die Burschen ja auch noch etwas feiern. Damit dem Baum nachts auch nichts passiert, wachte eine Burschenschaft bis am Mittwochmorgen. Später in der Nacht wurde der Maibaum auch gleich verlost. Der glückliche Gewinner erhält den Stamm im Juni in Stücke geschnitten.

Doch erst einmal wacht der Maibaum in den kommenden Wochen über die Marktgemeinde. Darüber sind nicht nur die Burschen recht stolz.
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